Vergiss mein nicht

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Die Stadtbibliothek reagiert auf einen speziellen gesellschaftlichen Wandel, die Zunahme an Menschen, die an Demenz erkranken. „Wir gehen damit auch den Weg einer Bibliothek als soziale Einrichtung“, erklärt Bibliotheks-Leiter Hans-Dietrich Kluge-Jindra (r.).
Angesichts langsam aber sicher zunehmender Anfragen aus der Bevölkerung, ob es Medien für Demenzerkrankte gäbe, entstand die Idee, Medienkisten für die Zielgruppe zu gestalten. Dabei handelt es sich nicht um medizinische Literatur, sondern um Medien, mit denen Demenzerkrankte beschäftigt werden können. Lektorin Susanne Daberkow (l.) und Mara Brost haben die Pakete zusammengestellt. Brost ist Leiterin des Sozialen Dienstes im Haus Marienburg und gestaltet dort auch das monatliche Demenz-Café.
Die Pakete beinhalten Bücher mit Wiedererkennungswert, also meist mit Fotos aus alten Zeiten. Ruhrgebiet, Reisen, Wohnung, Auto, klassische Motive vergangener Zeiten. Doch bei Demenzerkrankten funktioniert am ehesten noch das Langzeitgedächtnis, so kann es zu entsprechenden Wiedererkennungseffekten kommen.
Passend zu den Bildern gibt es Vorlesegeschichten oder Gedichte. Es gibt speziell für Demenzerkrankte gestaltete Singbücher und Spiele mit Erinnerungskarten.
Die Medienkisten „Vergiss mein nicht“ sollen Familien, Ehrenamtliche und Einrichtungen gleichermaßen unterstützen. Sie alle haben die Möglichkeit, die Kisten auszuleihen. Möglich war dieses kostspielige Projekt durch die Unterstützung des Buchhändlers Wilhelm R. Kurze.
Die Entleihung ist kostenlos, Standort ist die Zentralbibliothek, die Kisten können aber auch über die Zweigstellen angefordert werden. Zunächst einmal wurden zwei Kisten zusammengestellt.
Weitere Informationen über die Ausleihe gibt es unter Telefon 825 2085.
Foto: Vorholt
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