Ironman-Weltmeisterschaft: Sebastian Kienle Dritter, Belgier van Lierde gewinnt souverän

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Am Samstag fand in Kailua Kona auf Hawaii die alljährliche Ironman-Weltmeisterschaft statt. Die zu bewältigende Langdistanzstrecke besteht hier aus 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen – und das nicht selten bei bis zu 40 Grad im Schatten und stark böigem Wind. Während des ganzen Jahres messen sich Triathleten auf der ganzen Welt bei Ironman-Wettbewerben über diese Langdistanz und nach einem Punktesystem auch über die Halbdistanz (2/90/21,1), um sich einen der begehrten 2.000 Startplätze auf Hawaii zu erkämpfen.

Die Deutschen waren auch in diesem Jahr auf Hawaii wieder gut vertreten. Die größten Hoffnungen lagen vor dem Rennen auf dem wegen seiner guten Laufleistungen „Flying German“ (der fliegende Deutsche) genannten Andreas Raelert (37). Der Rostocker hatte in den letzten 4 Jahren zwei zweite und zwei dritte Plätze erringen können. Zudem rechnete man dem frisch gebackenen Ironman-Weltmeister über die Halbdistanz, dem Kraichgauer Sebastian Kienle (29) gute Chancen auf einen der vorderen Plätze aus. Ferner im Profifeld für Deutschland vertreten waren Faris Al-Sultan (Sieger von 2005) und Timo Bracht, die im vergangenen Jahr auf den Plätzen 5 und 6 gelandet waren. Bei den Frauen hatten Sonja Tajsich und Anja Beranek die besten Chancen, Deutschland auf den vorderen Plätzen zu vertreten.

Andreas Raelert erwischte keinen guten Tag. Nach dem Schwimmen, bei dem wegen der hohen Wassertemperaturen Neoprenverbot herrschte, noch in erreichbarer Distanz zur Spitze liegend, verlor er auf dem Rad stetig an Boden und musste wegen einer Verletzung am Fuß schließlich kurz nach dem Wechsel zum abschließenden Marathon aufgeben.
Für Sebastian Kienle lief es besser. Mit 4 Minuten Rückstand wechselte er nach dem Schwimmen auf’s Rad und hielt die ersten 50 km diesen Abstand zur Spitze einigermaßen konstant. Dann rollte er die Verfolgergruppe von hinten auf und begann den Marathon auf Platz 3 liegend, welchen er bis zum Ende verteidigte.

Frederik Van Lierde aber war an diesem Tag nicht zu halten. 12 Kilometer vor dem Ziel setzte sich der Belgier mit beeindruckender Lockerheit an die Spitze und lief das Rennen ohne auch nur ein Anzeichen von Erschöpfung nach Hause. Am Ende erreichte er die Ziellinie am Alii Drive 8 Stunden, 12 Minuten und 29 Sekunden nach dem morgendlichen Startschuss an der Kailua Bay. Den Streckenrekord hält weiterhin der Australier Craig Alexander mit 8:03:56. Zweiter wurde Luke McKenzie (AUS) in 8:15:19; Sebastian Kienle folgte ihm mit 8:19:24 (Schwimmen 54:13 / Radfahren 4:22:35 / Laufen 2:58:38) und zeigte sich mit seiner Leistung am Ende sehr zufrieden: "Ich habe zwischendurch mit mehr geliebäugelt, aber am Ende bin ich wirklich stolz, dass ich es durchgebracht habe." Timo Bracht (8:26:32) und Faris Al-Sultan (8:31:13) wurden neunter und zehnter. Weitere Deutsche Platzierungen unter 9 Stunden: 14. Christian Ritter (8:35:23), 20. Christian Mueller (8:41:22), 28. Per Bittner (8:53:38), 29. Stefan Schmid (8:53:56).

Bei den Frauen gewann mit einer furiosen Laufleistung (Marathonzeit 2:50:35) Mirinda Carfrae aus Australien. Die Siegerin von 2010 stürmte mit einer Zeit von 8:52:15 Std. ins Ziel und verbesserte damit den bislang von der Triathlonlegende Chrissie Wellington gehaltenen Streckenrekord um 1:47 Minuten. Den zweiten und dritten Rang belegten die Britinnen Rachel Joyce (8:57:28) und Liz Blatchford (9:03:35). Sonja Tajsich, in den letzten Jahren die beste Deutsche, musste nach 120 km auf dem Rad aufgeben. „Ich habe wirklich alles versucht. Es war wieder die alte Verletzung.“, musste sie am Ende enttäuscht feststellen. Auch die restlichen deutschen Frauen konnten zum Rennverlauf nichts Entscheidendes beitragen.
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