Vom Rhein bis an die Themse

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Harald Hau und Rainer Gutsmann (von rechts) am Themseufer vor der Tower Bridge

Drei Etappen zur Tower Bridge

Von Moers am Niederrhein bis nach London haben Harald Hau und Rainer Gutsmann von Blau-Gelb Oberhausen in drei Tagen die etwas mehr als 400 km auf dem Mountainbike zurückgelegt.

Die erste Etappe führte die beiden Radsportler über die Ortschaft Hartefeld Richtung Kevelaer. Bei Twisteden passierten sie die Grenze zu den Niederlanden. Am Wegesrand lagen blühende Rapsfelder, riesige Rollrasen-Plantagen und die Maasdünen. Meistens ging es über hervorragende Radwege. Bei Bergen wurde die erste Fährverbindung über die Maas genutzt. Von dort ging es vorbei an ’s-Hertogenbosch zum Ziel nach Woudrichem. Nach 151 km wurden die Räder im Pavillon des Hotels geparkt.
Nach einer erholsamen Nachtruhe sollte um 8:00 Uhr gestartet werden. Da die Kü-che noch nicht einsatzbereit war gab es leider nur ein Lunch-Paket für die Radler. Über Nacht hatte sich das schöne Wetter verzogen und es blies ein böiger Nordostwind. Zu allen Widrigkeiten ließ auch noch die Fähre eine gute halbe Stunde auf sich warten. Über Papendrecht ging es Richtung Rotterdam-Mitte, wo die Maas ein drittes Mal als Hindernis auftauchte. Doch statt der Fähre galt es hier den Tunnelaufzug zu finden. Auf dem weiteren Weg nach Hoek van Holland kamen die Radler an ihre Grenzen, denn die zeitliche Verzögerung und der stramme Gegenwind forderten ihren Tribut. Mit letzter Kraft wurde die Fähre über den Ärmelkanal nach knapp 5 Stun-den Fahrzeit erreicht. Während der sechsstündigen Überfahrt konnten die Muskeln geschont werden, bevor auf der Insel die letzten Kilometer zum Quartier bei Linksverkehr unter die Stollenreifen genommen wurden.
Die Herausforderungen sollten für Harald Hau und Rainer Gutsmann am dritten Tag alles Bisherige in den Schatten stellen. Wegen eines Feiertages fuhren zwar kaum LKW’s, dafür umso mehr PKW’s. Viele Engländer nutzten das schöne Wetter zu einem Ausflug. Anfangs ging es über zweispurige Landstrassen ohne Seitenstreifen, ohne Radwege wahrlich kein Vergnügen. Der Blick auf die herrlichen Landschaften und die sehenswerten Gebäude war nur selten möglich, denn die motorisierten Verkehrsteilnehmer nahmen wenig Rücksicht auf die Radsportler.
Mit jedem Kilometer Richtung London nahm der Verkehr weiter zu. Teilweise ging es entlang von vierspurigen Schnellstraßen, natürlich ohne Seitenstreifen und fast immer ohne Radweg. Erst als die Vororte von London erreicht waren ging es wieder entspannter etwas zu.
Nach 138 km haben die Zwei das Hotel im Fußballstadion von West Ham United aus der Premier League unversehrt erreicht. Nach einem kurzen Zwischenstopp radelten die Beiden dann mit ihren Mountainbikes weiter zur Tower Bridge, um dort noch einige Erinnerungsfotos zu schießen.

Trotz aktuellem „Tour de France Sieger“ ist England kein Radsportland

Wie sicher waren doch die Radwege in Holland und auch in Deutschland stehen wir mit unserem Radwegnetz und dem Verhalten der Autofahrer gegenüber Radlern bedeutend besser da. Wer sich über die heimischen Radwege negativ äußert sollte mal einen „Schnupperkurs“ in England machen.

Die Besichtigung der Innenstadt erfolgte bei Londoner Wetterverhältnissen, da der Himmel seine Schleusen weit geöffnet hatte. Neben den altbekannten Sehenswürdigkeiten gab es viel neue Architektur zu bestaunen, die durch den persönlichen „Fremdenführer“ Tony Briscoe von der englischen Tageszeitung Morning Star erläutert wurden.
Vor der Fahrt mit dem „London Eye“ gab es zur Einstimmung einem 4D-Film. Es war im wahrsten Sinne des Wortes einer der Höhepunkte.
Mit vielen Eindrücken versehen erfolgte die Rückfahrt mit dem Zug nach Harwich, bevor es am Folgetag mit der „Stena Britannica“ zum europäischen Festland ging. Ab Hoek van Holland erfolgte der Rücktransport der Radler einschließlich Equipment an ihre Wohnorte mit dem Transporter. Hierfür konnte der Sportkamerad Uwe Jestrimsky gewonnen werden.
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