ST. Martinskomitee´ Lohmühle – Vierbaum verlässt die große Bühne alter Traditionen und der Brauchtumspflege

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Nun ist es amtlich und das St. Martinskomitee´ Lohmühle – Vierbaum stellt seine Aktivitäten für die Kinder in Vierbaum ein. Eine alte Tradition ging somit nunmehr am 25.05.2013 mit einem feierlichen Festakt endgültig zu ende. Mit ein bisschen Wehmut blicken die Mitglieder des St. Martinskomitees dennoch mit Stolz auf eine recht schöne Zeit zurück, aber letztendlich hatten Sie auch keine andere Wahl.
Alles fing im Jahr 1986 an, da kam dem Bürger Willi Henning die Idee, einen St. Martinskomitee in Lohmühle - Vierbaum zu begründen, um einen Martinszug durchzuführen. Das damalige Dorf Vierbaum liegt abseits der Stadt Rheinberg. Man wollte hier etwas für die Kinder in Vierbaum tun, die sonst nicht die Möglichkeit gehabt hätten, an einem Martinszug teilzunehmen. Schnell wurde die Idee aufgegriffen und es fanden sich fünf Gründungsmitglieder, die am 20.08.1986 das St. Martinskomitee Lohmühle-Vierbaum gründeten. Zu den damaligen Gründungsmitgliedern gehörten Willi Henning, Inge Seebacher, Andreas Ocklenburg, Friedel Verbarg und Dieter Burs. Alle fünf Gründungsmitglieder spendeten damals einen Betrag von 10,00 DM und mit diesem Grundstock konnte der erste Zug beginnen. Den noch fehlenden Rest wurde durch Türsammlungen zusammengebracht. Mit Frau Marlies Olle, die erst ein Jahr später dem Martinskomitee´ beitrat, wurde zusätzlich noch eine Fackelprämierung aus der Taufe gehoben. Im Übrigen, war Frau Olle mit ihren jetzt 71 Jahren immer noch bis zum heutigen Tage aktiv für das St. Martinskomitee´ tätig.

Aber nun geht eine alte Tradition in Vierbaum zu ende. Die Gründe hierfür sind vielseitig. Im Jahr 2009 ging auch die allgemeine wirtschaftliche Lage nicht spurlos an dem Martinskomitee´ vorbei. Es war ein drastischer Einbruch und Rückgang in der Spendenbereitschaft zu verzeichnen und somit wurde als erste Maßnahme die Fackelprämierung eingestellt. In den darauffolgenden Jahren sank auch ebenfalls kontinuierlich die Bereitschaft in der Bürgerschaft den Zug mit ihren Kindern von Anfang an aktiv zu begleiten. Aufrufe, um helfende Hände zur Unterstützung des Martinskomitees oder Nachfolger zur Übernahme des Komitees zu gewinnen, blieben dauerhaft erfolglos. Zuletzt bestand der Zug bei der Aufstellung aus mehr Kapellen, als Kindern mit ihren Eltern. Hatte man anfänglich Rund 480 Martinstüten ausgegeben, so waren es in den letzten Jahren nur noch ca. 150. Der zeitliche Organisationsaufwand war aber stets der Gleiche.

Das St. Martinskomitee hat nun beschlossen seine Aktivitäten einzustellen und Satzungsgemäß das Restvermögen dem Deutschen Roten Kreuz als Spende zur Verfügung zu stellen. Dies sollte in einem festlichen Rahmen geschehen. Hierzu wurde eine Abordnung des Martinskomitees am 25.05.2013 zur Jahreshauptversammlung des Deutschen Roten Kreuzes des Stadtverbandes Rheinberg eingeladen. Frau Petra Krolzik und Willi Dibowski übergaben hier im Namen des St. Martinskomitees Lohmühle-Vierbaum einen Scheck in Höhe von 3693,52€ an den geschäftsführenden Vorstand.

Das St. Martinskomitee´ Lohmühle-Vierbaum bedankt sich zum Abschluss bei allen Sponsoren / Spendern und Helfern, dem Deutschen Roten Kreuz des Stadtverbandes Rheinberg, dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Vierbaum, der Löschguppe Pelden, dem Ordnungsamt der Stadt Rheinberg, der Polizei Rheinberg, dem Posaunenchor Orsoy, dem Musikzug Lutz Krolzik und bei all denen, die hier nicht ausdrücklich genannt wurden. Einen besonderen Dank richtet das St. Martinskomitee´ an Frau Martina Klockhaus aus Moers, die als St. Martina mit ihren Pferden den Martinszug langjährig begleitet hat.

Besonders traurig, ist das bittere Ende der Martinsaktivitäten in Vierbaum, für alle älteren Mitbürgerinnen und Bürger ab dem 80zigsten Lebensjahr, die nun vergeblich auf ihre Altentüten warten und nicht mehr bedacht werden.
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Carsten Kämmerer aus Rheinberg | 27.05.2013 | 17:39  
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