Flüchtlinge in der Notunterkunft

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Eine für Flüchtlinge vorbereitete Turnhalle als Notunterkunft
Sprockhövel: Nounterkunft Flüchtlinge |

Flüchtlinge in Sprockhövel – so lautete der Titel einer Veranstaltung vom Jugendzentrum der Stadt und der Sprockhöveler Flüchtlingshilfe. Über 300 Zuhörer, die gekommen waren, um aus erster Hand von den Flüchtlingen selbst deren Geschichte zu hören, wurden zeitlich auf eine harte Probe gestellt. Denn nach ersten Zahlen gab es 1 1/2 Stunden Ausführungen und Film zum Golfkrieg.

Michael Bergediek, seit vielen Jahren Flüchtlingsbetreuer der Stadt Sprockhövel, gab die neuesten Zahlen bekannt. In Sprockhövel leben derzeit 231 Flüchtlinge, die der Stadt auf normalem Wege zugewiesen wurden und rund 150 Flüchtlinge in der Notunterkunft (NUK) in der Erstaufnahme in der Sporthalle in Hasslinghausen. 162 Flüchtlinge leben in Privatwohnungen und stehen für die vorrangige dezentrale Unterkunft in Sprockhövel. Bergediek macht deutlich: „Die Menschen, mit denen ich gesprochen habe, wollen nur eines: Ruhe und Frieden.“
Waren es bisher viele Syrer, die nach Sprockhövel kamen, so sind es jetzt immer mehr Afghanen. In der Notunterkunft lebten zuerst mehr männliche Einzelpersonen, jetzt sind es viele Familien.
Wie die Menschen dort versorgt werden, berichtet Lutz Heuser, Einsatzleiter des DRK. Das Deutsche Rote Kreuz ist seit sechs Wochen für die Notunterkunft zuständig. Das DRK Sprockhövel hat sein Gelände am Hoppe als zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge im EN-Kreis zur Verfügung gestellt. Dort können die Flüchtlinge registriert und ärztlich untersucht werden. Danach werden die Menschen auf die Notunterkünfte verteilt. In Sprockhövel ist das die Sporthalle in Hasslinghausen. Die zentrale Anlaufstelle wird allerdings jetzt nach Gevelsberg verlegt.
Im Einsatzwagen vor der Tür werden der STADTSPIEGEL, der erste stellvertretende Bürgermeister Udo Andre Schäfer und Evelyn Müller vom Fachbereich Soziales und Integration über die Entwicklung informiert. „Viele hauptamtliche Kräfte arbeiten hier mehr Stunden, als sie dies offiziell müssten. Eben einfach, um zu helfen“, so Einsatzleiter Lutz Heuser. „Wir sprechen alle Englisch und die Verständigung klappt ganz gut. Für manche Menschen in der Notunterkunft ist dies die neunte Anlaufstelle in vier Wochen. Die meiste Zeit verbringen die Menschen mit warten. Sie bekommen in der Notunterkunft die Versorgung. Unser Caterer macht das ganz hervorragend und wir müssen kaum Lebensmittel entsorgen. In den sechs Wochen unserer Leitung haben wir nur eine Auseinandersetzung gehabt. Viele von den Flüchtlingen versuchen, Deutsch zu lernen. Es gibt viele kleine Hilfsangebote, zum Beispiel von einem alteingesessenen Optiker in Niedersprockhövel, der einem Syrer mit fünf Schussverletzungen geholfen hat. Da ist die Brille kaputt gegangen. Oder die Frau des Bürgermeisters, die sich um Kleiderspenden und das Sortieren kümmert. Der Einsatz ist schon gut. Was wir aber gebrauchen könnten, sind weitere Ehrenamtliche zum Sortieren der Spenden. Wir brauchen warme Winterkleidung für Männer in kleinen Größen und vor allem jede Menge Badeschlappen. Wir möchten, dass diese aus hygienischen Gründen in der Notunterkunft getragen werden, vor allem auch im Sanitärbereich. Aber wir können nicht in Massen immer neue Schlappen kaufen“, so Heuser. Eine wichtige Stütze ist auch DRK-Mitarbeiterin Elly. Sie hat selbst Migrationshintergrund, lebt seit ihrem dritten Lebensjahr in Deutschland. „Ich muss mich zwar manchmal etwas bestimmter durchsetzen, aber das hat bis jetzt gut geklappt“, sagt sie.

So helfen Sie richtig

HATTINGEN
Alle, die Flüchtlingen in der Notunterkunft an der Talstraße helfen möchten, zum Beispiel mit Sport-, Spiel oder Sprachangeboten, können sich beim ASB melden: Kirsten Schafer, 0178/4049526.
Der Fachdienst für Integration und Migration des Caritas-Verbandes Ennepe-Ruhr vermittelt gerne Freiwillige, die zum Beispiel Patenschaften für Asylsuchende übernehmen, bei der sprachlichen Betreuung helfen, fremdsprachliche Stadtführungen machen oder Analphabeten helfen möchten. Kontakt: Werner Buhl-Pompös, 02324/22095. Die Ev. Kirchengemeinde Winz-Baak hat ein Spendenkonto für die Flüchtlingshilfe Hattingen eingerichtet: Ev. Kirchengemeinde Winz-Baak, IBAN: DE43 4305 1040 0005 7134 09, BIC: WELADED1HTG; Verwendungszweck: „Flüchtlingshilfe“. Für Kleidung gibt es eine Spendenannahmestelle an der Alten Feuerwache in der Friedrichstraße 6-8. Montags zwischen 16 und 19 Uhr können dort gut erhaltene Kleidungsstücke abgegeben werden. Weil hier öfter aufgrund fehlender Lagerkapazitäten ein Spendenstopp existiert oder nur Bestimmtes gesucht wird, sollten sich Spender vorher auf der Homepage der Stadt Hattingen unter dem Flüchtlings-Button genau zu ihrer Spende informieren. Die Abgabe an Flüchtlinge erfolgt mittwochs, 16 bis 19 Uhr.
Für Kleidung gibt es eine weitere Spendenannahmestelle bei der Türkisch-Islamischen Gemeinde in der Moschee an der Martin-Luther-Straße. Spenden werden immer mittwochs zwischen 15 und 18 Uhr entgegengenommen. Gefragt: Warmes!!!
Wertvolle Tipps zum Thema Hilfe und Ehrenamt erteilt auch die Freiwilligenagentur Hattingen, Bahnhofstraße 31b. Ansprechpartner ist hier Andreas Gehrke, 02324/393991.

SPROCKHÖVEL
Alle, die Flüchtlingen in der Notunterkunft in Sprockhövel helfen wollen oder sich persönlich einbringen möchten mit Spenden, wenden sich bitte an das DRK, Lutz Heuser, 0170/4772226 oder an seine Mitarbeiterin Elly unter 0157/39061166.
Spendenkonto: DRK Konto 34694, Sparkasse Sprockhövel, IBAN: DE50 4525 1515 0000 0346 94; BIC: SPSHDE31XXX. Bei den Spenden MUSS UNBEDINGT der Verwendungszweck „Flüchtlingshilfe Sprockhövel“ benannt werden.
Koordinationshinweise erteilt nach wie vor auch die Stadtverwaltung 02339/917255.
Weitere Ansprechpartner findet man unter der Flüchtlingshilfe Sprockhövel www.fluechtlingshilfe-sprockhoevel.de oder direkt bei Miriam Venn, mail@fluechtlingshilfe-sprockhoevel.de; 02339/120352.
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2 Kommentare
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Dr. Anja Pielorz aus Hattingen | 03.11.2015 | 12:49  
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Dr. Anja Pielorz aus Hattingen | 04.11.2015 | 12:50  
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