Unna - „Verkaufsoffener Sonntag ist kein Auslaufmodell“

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Autoschau und Shopping - Das gehörte bislang für die Besucher zusammen. Jetzt steht noch die Genehmigung für 2017 aus.
 
Autoschau und Shopping - Das gehörte bislang für die Besucher zusammen. Jetzt steht noch die Genehmigung für 2017 aus.
Unna: Unna |

Auch in Zukunft mindestens drei Verkaufsoffene Sonntag anbieten zu können, ist Ziel des City-Werberings (CWU). Mehr Absprache mit den umliegenden Städten wünscht sich aber CWU-Vorsitzender Thomas Weber (Der Hosenspezialist) sehr deutlich. Das Überangebot bremse die Erfolgsaussichten für Genehmigungen. Und die stehen für Autoschau und Weihnachtsmarkt 2017 in Unna ohnehin noch aus.

Nachdem die bereits erteilten Bescheide zur Durchführung der Shopping-Sonntage im Oktober und Dezember noch Ende 2016 kassiert worden sind, beginnt für Händler und Organisatoren im City-Werbering ein völlig neues Beantragungsverfahren. „Damit starten wir jetzt“, kündigt Thomas Weber, CWU-Chef seit November 2016, an. „Wenn der ganze bürokratische Aufwand nicht wäre.“
Das Ordnungsamt habe mit Gewerkschaftsvertretern und Politikern gesprochen, jetzt gehe man davon aus, das es klappt. Doch die Messlatte liegt hoch. Grundvoraussetzung ist, dass die Kernveranstaltung deutlich größer ist als der erwartete Besucherandrang in den Läden. Zudem muss ein enger "räumlicher Bezug" zwischen Veranstaltung und Gewerbe bestehen. Der Handel im äußeren Stadtring bleibt außen vor. Für die Beantragung zu belegen ist, wieviele Kunden zu erwarten sind. „Es müssen weniger Kunden in den Geschäften sein als bei der Veranstaltung“, weiß Thomas Weber. Hierzu wurden am Adventsonntag 2016 Zählungen in Unna durchgeführt, die Kundenzahl wurde erfasst. Zeitgleich das Kundenaufkommen der Veranstaltungen. Daraus erfolgten Hochrechnungen aus den Verkaufsbons großer Betriebe. Anschließend wurde anhand der Verkaufsfläche prognostiziert, wieviele Kunden überhaupt kamen. Je größer der Unterschied zwischen Veranstaltungsbesuchern und Kunden, desto besser für die Genehmigung.
Doch der Aufwand geht weiter. Einsatzbereitschaft für Feuerwehr und Rettungswagen muss organisiert werden. Bedingt durch die Terrorgefahr müssen Ein- und Ausfallstraßen durch Sperren gesichert werden. Zwei Lastwagen müssen Durchfahrtmöglichkeiten haben, allerdings im Schritttempo, um Warnzeiten zu schaffen. Zur Organisation der eigentlichen Veranstaltung kommen viele zusätzliche Punkte. „Es ist enorm“, so Thomas Weber. „Man ist froh als Veranstalter, wenn man das hinter sich hat.“

Imagefaktor

Einen sehr hohen Stellenwert messen die Händler der Hellwegstadt den Offenen Sonntagen bei. Stadt und Gewerbe können sich komplett präsentieren, volle Innenstädte beweisen auch die hohe Akzeptanz der Sonntage. Wichtig seien die Tage zur Gewinnung von Neukunden, auch aus der Umgebung. Bei den Händlern gebe es, wie immer Gewinner und Verlierer. Während die sog. 1-A Lagen stark profitierten, hätten die Nebenstraßen zumindets die Chance, sich ins rechte Licht zu rücken.

Weniger ist mehr

Nach Erfahrung der Händler habe die Besucherfrequenz etwas nachgelassen. „Weil es zuviele gibt“, so Thomas Weber. In manchen Kommunen sei es ausgeufert. Da sei er auch ganz auf Seiten der Rechtsprechung, so der CWU-Vorsitzende. Auf Betreiben der Gewerkschaft Verdi mussten zuletzt Verkaufssonntage in Essen und Mülheim kurzfristig abgesagt werden. In Unna direkt habe man keine Probleme, da es drei große Veranstaltungen im Jahr sind, die eine gute Besucherzahl gewährleisteten. Aber abhängig vom Wetter sei man immer, nur bei gutem Wetter klingeln die Kassen. Und früher kamen die Kunden trotz Regen, heute verschiebe man den Einkaufsbummel eher. Die Notwendigkeit der Sonntagsöffnung sei nicht immer gegeben.

Feldstraße integrieren

Während der Westfalenmarkt am kommenden Wochenende, 1. uns 2. April 2017, mit verkaufsoffenem Sonntag wie geplant durchgeführt wird, gehen die Händler für die Autoschau und den Weihnachtsmarkt zwar von Genehmigungen aus, bedauern aber, dass für das Gewerbegebiet Feldstraße keine Erlaubnis erteilt werde. Gab es früher gemeinsame Sonntagsverkäufe inklusive Pendelbusverkehr, muss jetzt jeder eigene Veranstaltungen beantragen. Thomas Weber deutet an, es gebe Gespräche mit Geschäftsführer Christian Zurbrüggen mit Blick auf künftige Shopping-Sonntage. „Das wäre uns sehr wichtig, wenn auch das Gewerbegebiet Feldstraße integriert werden könnte.“

Abstimmung mit Nachbarn

Unterstützen würde der CWU drei bis vier Sonntage, aber in Abstimmung mit den Nachbargemeinden. In Unna gebe es attraktive Veranstaltungen für die gesamte Familie. Etwa beim Westfalenmarkt, der Jung und Alt Einblicke in Handwerke alter Zeit vermittle. Ob das Angebot angenommen werde, darüber stimmen die Kunden mit den Füßen ab. Und Thomas Weber ist sicher. „Sie wollen ein Stadtevent, das ist kein Auslaufmodell.“
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