Hier zählt besonders eins: Füreinander da sein

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Bürgermeister Stefan Freitag ließ sich von den Frauen des Vereins Oase informieren und durch das Haus führen, in dem verzweifelte Frauen Hilfe in der Not finden. Foto: Menke

Hilfe von Frauen für Frauen - das bietet der Velberter Verein Oase. Bürgermeister Stefan Freitag setzte sich nun mit einigen der Frauen, die Hilfe leisten oder welche bekommen, an einen Tisch und lernte etwas über ein Thema, das ihn bis dahin eher wenig beschäftigte.

„Wir bieten Frauen, die Gewalt erfahren haben oder missbraucht wurden, Hilfe und Unterstützung an“, erklärt Esther Theumert. „Außerdem sind wir auch für Frauen mit Krankheiten oder Süchten da.“

Das alles begann vor drei Jahren: Jeden Mittwoch traf man sich, damals noch im privaten Esszimmer von Esther Theumert, um sich beizustehen, sich die Probleme von der Seele zu reden oder einen Rat zu erhalten. Das Frühstück findet nach wie vor statt, hinzugekommen ist außerdem ein Haus mit Wohnungen für Frauen, die noch mehr Rückhalt brauchen, nicht mehr bei ihrem Mann bleiben wollten oder den Entzug nicht alleine durchgehalten hätten.
„Ich bewundere, was sie hier aufgebaut haben“, zeigt sich Bürgermeister Stefan Freitag bei seinem Besuch beeindruckt.

Bei Kaffee, Tee und Gebäck informiert er sich über die Arbeit des Vereins, hört sich die Schicksale der Betroffenen an und sucht nach Wegen, um zu helfen. Denn: „Wir arbeiten hier ehrenamtlich“, erklärt Esther Theumert, die damals zusammen mit Michaela Langenbruch die Initiative ergriff. „Um die Miete des Hauses und die weiteren Angebote für die Frauen finanzieren zu können, sind wir auf kontinuierliche Spenden angewiesen.“

„Gesetzlich ist es nicht möglich, Ihnen Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Die Spenden müssen also aus dem privaten Bereich kommen“, so der Obere der Stadt. „Ich weiß aber, dass solche Vereine wie Ihrer oft Multiplikatoren brauchen, die von der Arbeit und den Zielen berichten und Werbung machen.“ Ein solcher Multiplikator wolle er von nun an sein, schließlich habe er sofort erkannt, wie wichtig es sei, Frauen mit solchen Problemen einen Rückzugsort zu bieten. Gesagt, getan: Noch am selben Tag seines Besuches machte der Bürgermeister es möglich, dass die „Oase“ eine größere Spende einer Modekette erhalten wird. „Ich bin sehr dankbar“, freut sich Theumert.

Derzeit wohnen fünf Frauen und drei Kinder in dem Haus der „Oase“. „Auch unsere Notfall-Wohnung ist besetzt“, sagt Michaela Langenbruch. Und es sei auch schon vorgekommen, dass die Betroffenen nachts mit Sack und Pack vor der Tür standen, da sie keinen anderen Ausweg mehr wussten. Bis zu fünf Jahre kann man in den Wohnappartements bleiben, die über ein eigenes Bad und eine Kochecke verfügen. „Wir kochen aber in der Regel gemeinsam in unserer Gemeinschaftsküche“, berichtet eine der Bewohnerinnen.

„Generell würde man viel gemeinsam unternehmen und sich unterstützen. „Nur den anderen habe ich es zu verdanken, dass ich seit mehreren Monaten keinen Alkohol mehr angerührt habe. Wir sind hier füreinander da.“
Wer mehr erfahren, sich einbringen oder spenden möchte, kann sich an Esther Theumert, Tel. 0152/06322519, wenden.
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