„Können Sie gehen?“

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Die Versorgung von Verletzten war ein Aspekt der Großübung der Nachwuchs-Feuerwehren. (Foto: Ulrich Bangert)
Martinshörner unterbrachen die Sonntagsruhe in Hetterscheidt und im Velberter Westen. Aus dem gesamten Kreisgebiet brausten Löschfahrzeuge heran – Großeinsatz für die Jugendfeuerwehren zwischen Velbert und Monheim am Rhein.
„Einmal im Jahr wird eine Kreisalarmübung durchgeführt, seit März laufen die Vorbereitungen“, sagt Christian Frisch, der stellvertretende Leiter der Heiligenhauser Jugendfeuerwehr. „Erstmals wird an fünf verschiedenen Orten statt an einem einzigen Großobjekt geübt, außerdem findet die Übung in zwei Städten statt.“
„Die Jugendlichen sollen auf den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr vorbereitet werden, da sind wir immer sehr dankbar, wenn uns Firmen ihre Gebäude zur Verfügung stellen“, merkt Markus Schroeder, der stellvertretende Velberter Jugendfeuerwehrwart, an.
Die Hallen der traditionsreichen Firma Dörrenhaus in Hetterscheidt stehen seit Jahren leer und der Verwalter achtet sehr darauf, dass keine Fremden auf das Gelände kommen, doch für die Übung wurden die Tore geöffnet. Das Szenario wirkte echt: Rauchbomben ließen dichten schwarzen Rauch aus den Fenstern quellen, Hilferufe sind nach einer angenommenen Explosion zu hören.
Während die Heiligenhauser Löschfahrzeuge als erste eingetroffen sind, erhalten die Jungen und Mädchen erste Instruktionen. Kurze Zeit später treffen die Kameraden aus Wülfrath ein, die sich um die Wasserversorgung kümmern.
Derweil warten in den Hallen die „Verletzten“ auf Rettung. So wie Robin Clemens, ein Darsteller aus dem Löschzug Tönisheide. Eine große Wunde entstellt seine linke Gesichtshälfte, der linke Arm ist von oben bis unten voller Blut – voller Kunstblut.
Mehrmals ruft er aus seiner dunklen Ecke um Hilfe, vergebens. Endlich hat ihn ein Trupp entdeckt. „Wir brauchen eine Trage“, schlägt der eine Nachwuchshelfer vor. „Frag doch mal, ob er noch gehen kann!“ Konnte er.
So nahmen die beiden Jugendfeuerwehrleute den Schwerverletzten zwischen sich und stolperten über Schläuche zum Sammelplatz, wo sich die Ersthelfer Gedanken machten, wie die „Wunden“ am besten versorgt werden.
Nebenan auf dem OBI-Parkplatz wurden Menschen nach einem Verkehrsunfall gerettet, an der Humboldtstraße warteten weitere Verletzte auf Rettung. In Velbert Am Berg musste der Brand bei Vitz-Federn und auf einem Bauernhof Am Grünendahl gelöscht werden.
Nach dem Ende der Übung hatten sich die rund 260 Beteiligten der Großübung eine Stärkung verdient. Die gab es auf dem Schulhof der Gerhard-Tersteegen-Grundschule zusammen mit Gruß- und Dankesworten der Feuerwehrchefs und des Landrats.
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