Interessengemeinschaft möchte Geschichte Eppendorfs aufleben lassen

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Die Interessengemeinschaft der Eppendorfer Geschichte möchte Vergangenes sichtbar machen. (Foto: Laura Kämper)

„Auch die Kinder sollten wissen, wie es hier früher mal war“, sind sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft der Eppendorfer Geschichte einig. Die sieben Bürger Eppendorfs, die sich zu der Gemeinschaft zusammengefunden haben, möchten, so gut es geht, die Geschichte Eppendorfs erarbeiten – das umfasst neben Denkmälern, alten Schulen und Straßenzügen auch die Feuerwehr, verschiedene Geschäfte und landwirtschaftliche Betriebe.

„Für unsere Recherchen nutzen wir neben den Stadtarchiven von Bochum und Wattenscheid auch Zeitungsarchive“, erzählt Jürgen Reinhard, Mitglied der Interessengemeinschaft. „Aber am wichtigsten sind für uns die Geschichten, die ältere Menschen erzählen können. Von ihnen bekommen wir die meisten Informationen darüber, wie das Leben in Eppendorf früher aussah.“ Auch wenn sich die Gruppe generell nicht erweitern möchte, sind alle sehr dankbar für Informationen, die sie durch andere Bürger Eppendorfs bekommen können. „Eine ältere Dame hat zum Beispiel von der Kinderlandverschickung 1941 erzählt. Eine ehemalige Lehrerin, die 37 Jahre lang in der ehemaligen Lutherschule gearbeitet hat, erzählte uns von ihrer früheren Arbeit“, weiß Renate Wapelhorst, die sich in der Gruppe vor allem um die Geschichte der Schulen kümmert. Wie sie hat auch jedes andere Mitglied der Gemeinschaft ein bestimmtes Gebiet, für das es sich besonders interessiert. So beschäftigen sich zum Beispiel Wolfgang Schulz und Harald Wapelhorst mit den Landwirten und Bauernschaften rund um Eppendorf, wie sie entstanden sind und wo sie sich befunden haben. „Oft ist das gar nicht einfach, weil Angehörige bereits verstorben sind und die nachfolgende Generation nicht mehr so viel über die Geschichte des Hofes weiß“, erzählen sie beide.

Geschäfte und Kinos von damals


Die Entwicklung der Geschäfte in Eppendorf wird von Dieter Mußmacher und Petra Linka erarbeitet: „Wir wissen inzwischen, dass in dem ganzen Gebiet Eppendorfs allein etwa 15 Lebensmittelgeschäfte vertreten waren. Das ist kein Vergleich mehr zu heute; nun gibt es nur noch zwei Einkaufsmärkte. Außerdem gab es in den fünfziger Jahren sogar zwei Kinos hier vor Ort.“ Neben ihnen gehören auch noch Dieter Bunke und Jürgen Reinhard mit zu der Gruppe.
Neben ihren Stammgebieten recherchieren sie aber auch alles andere, was mit der Geschichte ihres Stadtviertels zu tun hat – so etwa Baumaßnahmen, die zu der Gestaltung des Gebietes führten, wie man es heute kennt. „In den zwanziger und dreißiger Jahren wurde zum Beispiel die heutige Straßenführung festgelegt“, weiß Harald Wapelhorst.
Seit sich die Gemeinschaft im Juli dieses Jahres zum ersten Mal zusammengefunden hat, setzen sie sich an jedem ersten Montag im Monat zusammen und tauschen sich darüber aus, welche Fortschritte sie bei ihrer Recherche gemacht haben. Daraus ist auch ein Kalender mit Luftaufnahmen entstanden, die unter anderem den Hof Oberhegemann und die Ruhrstraße zeigen. Kaufen kann man besagten Kalender bei den Friseuren Dolle und Mußmacher. Die Erlöse sollen einer karitativen Einrichtung in Eppendorf gespendet werden.

Ein Buch für den Stadtteil


Ziel der Gemeinschaft ist es, irgendwann ein Buch herauszubringen, das die gesamte Entwicklung Eppendorfs vom Bauerndorf zum stark bebauten Vorort zeigt. „Dafür sammeln wir Dokumente, Bilder und Karten“, erzählt Jürgen Reinhard, der auch bei der Erstellung des Kalender mitgeholfen hat. „Wir sind dankbar für jede Geschichte, die uns erzählt wird, und für jedes Foto, das wir sehen können, auch wenn es für die Geschichte Eppendorfs noch so unwichtig erscheint. Denn wir sind auf das Wissen anderer angewiesen.“ Die Interessengemeinschaft der Eppendorfer Geschichte möchte Vergangenes sichtbar machen.

Laura Kämper
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