DRK-Weihnachtsbetreuung an der Kapazitätsgrenze

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(v.l.) StephanRuth, Kyra Kislewski und Meike Kaiser mit den zahlreichen Weihnachtstüten, die bei der DRK-Weihnachtsbetreuung ausgegeben wurden. (Foto: DRK)

Gemütlich soll es sein, ein Fest mit der Familie und Freunden, Geschenken und einem knusprigen Braten auf dem Tisch. Immer mehr Wattenscheider können von so einem Weihnachten allerdings nur träumen. Damit auch diese Menschen das Fest genießen können, leistet das DRK-Wattenscheid seit 1985 jedes Jahr einen Kraftakt, der immer wichtiger wird.

Mittlerweile ist vielerorts bekannt, dass der Wattenscheider Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am ersten Weihnachtstag die Türen der Geschäftsstelle öffnet, um Einsamen oder Obdachlosen frohe Stunden zu bereiten.

"Es werden immer mehr Besucher"

"Es werden immer mehr Besucher. Das ist eine traurige Tendenz", sagt Organisator Markus Eisenhuth. Auch in diesem Jahr sind knapp 150 Gäste in die DRK-Räumlichkeiten gekommen, einige Besucher mussten zwischenzeitlich sogar hinsichtlich fehlender Plätze vertröstet werden, was bei objektiver Betrachtung schon traurig stimmen sollte.
Die Kapazitäten sind mittlerweile ausgeschöpft, bestätigte Organisator und Rotkreuzleiter Markus Eisenhuth: „Solange es für manche Gäste in Ordnung ist, sich an die Bistrotische im Vorraum zu stellen, kriegen wir alle unter.” Allerdings dürfte sich die Zahl der Besucher, auch wegen des benötigten Platzes für Rollstuhlfahrer, nicht weiter erhöhen. Man hoffe auf den angestrebten Saalanbau im neuen Jahr. Das Chaos sei angesichts des Andrangs jedoch nicht ausgebrochen, denn das ehrenamtliche Team sei mittlerweile bestens eingespielt und könne viele Situationen improvisiert lösen. In diesem Jahr hatte das Organisationsteam im Vorfeld der Veranstaltung allerdings ein Helferproblem befürchtet, wurde dann aber kurz vor dem Weihnachtsfest eines Besseren belehrt. „Heike Middendorf war über die WAZ auf unsere Weihnachtsbetreuung aufmerksam geworden und hatte ihre Hilfe angeboten, die wir gerne angenommen haben“, so Kreisrotkreuzleiterin Meike Kaiser, selbst seit einigen Jahren bei der Weihnachtsbetreuung mit dabei. Auch Ex-FSJlerin Lioba Stolp war diesmal mit dabei und auch Ex-Zivi Kevin Bieschke kam vorbei und brachte gleich noch seine Freundin und deren Mutter mit zur Unterstützung. „Über ein solches Engagement freuen wir uns natürlich besonders“, meint Meike Kaiser.
Auch die Wattenscheiderin Marlies Steppat hatte sich wieder spontan zur Mithilfe entschlossen und fühlte sich im Kreis der anderen ehrenamtlichen Rotkreuzler sichtlich wohl. „Vielleicht finden wir ja noch jemanden für unsere Blutspende oder das Seniorencafé und hier für die Engagierten neue Mitwirkungsmöglichkeiten. Das DRK kann in jedem Fall neugierig machen und es macht hier einfach Spaß mitzuhelfen.“ Das Personal des Organisationsteams wurde aber auch aus dem Kreisen der eigenen Rotkreuzgemeinschaften aufgefüllt: Rotkreuzleiter Stephan Ruth und Freundin Kyra Kislewski waren wie schon an Weihnachten 2013 wieder mit dabei und auch Johannes Schultheis und Leo Engel, sogar mir Mutter im Einsatz, waren erstaunt über die vielen Besucher und zahlreichen Handgriffe, die bei der Weihnachtsbetreuung anfielen.

Und den Besuchern konnte wieder ein wahrlich toller Weihnachtstag bereitet werden, denn die Wattenscheider BürgerInnen und Kaufleute hatten durch Sachspenden in den letzten Tagen vor dem Fest die Veranstaltungsorganisatoren nochmals kräftig unterstützt. „Wir konnten auch durch die Spenden wieder eine weihnachtliches Abendmenü mit Putenkeulen, Rotkohl und Spätzle servieren und nachmittags wurde ein reichhaltiges Kuchenbuffet angeboten“, erklärte „Chefbetreuer“ Markus Eisenhuth. Die finanzielle Unterstützung im Vorfeld ruhe nach wie vor auf Pfeilern wie den Spenden der Bauunternehmung Jännekes, der Löwenapotheken oder der Sparkasse Bochum und dem USB.

"Die Geldspenden im Vorfeld sind die Basis für unsere Weihnachtsbetreuung", erklärt der DRK-Vorsitzende Thorsten Junker. Anhand der Summe konnte geplant werden, zum Beispiel der Inhalt der Weihnachtstüten für die Besucher, die mit auf den Heimweg gegeben wurden. Inhalt: Schals, Handschuhe, Socken, Brot, Gebäck, Süßigkeiten, Kaffee oder Obst.“

"Ohne Spenden geht nichts"

Die finanzielle Hilfe, das gibt Organisator Markus Eisenhuth unumwunden zu, sei notwendig: „Ohne Spenden geht nichts. Der Verband könnte die Veranstaltung nicht komplett finanzieren, weil dann andere Rotkreuz-Projekte gefährdet wären und zudem die Besucherzahlen der Weihnachtsbetreuung seit Jahren ansteigen.”
Der Wert der Veranstaltung zeige sich anhand der dankbaren Reaktionen der Gäste, denn manch Alleinstehender suche keine Bescherung, sondern einfach nur Gemeinschaft. “Viele kommen eben nicht nur, um zu essen oder sich die Weihnachtstüten abzuholen. Es geht um den Austausch, um die Kommunikation und das einfache Zuhören ist immens wichtig", erklärt Rotkreuzler Leo Engel. Oft suchten die Besucher auch das Gespräch mit den Helfern. "Die Leute fragen mittlerweile schon sehr früh, ob die Betreuung wieder stattfindet", weiss DRK-Präsident Thorsten Junker aus Erfahrung. "Das unterstreicht die Bedeutung, wenngleich der Umgang mit den Besuchern teilweise wieder sehr großes Fingerspitzengefühl unserer Ehrenamtlichen bedurfte, denn es waren einige psychisch schwer angeschlagene Menschen dabei!“."
Mancher Besucher hätte zudem sicher genügend Geld, um in ein Restaurant zu gehen, aber Gesellschaft und Unterhaltung führten sie zur Voedestraße. „Wir fragen hier sicher nicht nach finanzieller Bedürftigkeit”, stellt Markus Eisenhuth klar. „Manche Besucher werfen auch immer noch etwas in die Spendendosen. Es kommen aber auch ganze Familien mit Kindern, die sich schon über einen warmen Kakao und ein Stück leckeren Kuchen gefreut haben. Und es kommen längst nicht alle aus Wattenscheid, wir hatten auch diesmal wieder Gäste aus den Nachbarstädten.“

18 ehrenamtliche Helfer


Insgesamt sorgen achtzehn ehrenamtliche Helfer für den reibungslosen Ablauf. Eine Gruppe aus jungen und älteren Rotkreuzlern, die den Weihnachtsgedanken und die Nächstenliebe wahrlich in Ehren halten und hierfür den hohen Zeitaufwand in Kauf nehmen. „Es macht einfach Spaß, diesen Leuten zu helfen. Man merkt einfach, wenn man in die fröhlichen Gesichter schaut, dass es den Gästen bei uns gefällt. Dieses Lächeln ist für uns schon Dank genug“, erklärten auch die „alten Hasen“ Robert Breilmann und Stephan Skups übereinstimmend. Auch in 2015 wird ein Großteil der Mitwirkenden wieder mit dabei sein, wenn es heißt „25. Dezember 2015 – DRK-Weihnachtsbetreuung in Wattenscheid!“…. dann aber mit mehr Platz und einem deutlich größeren Raum! Darauf freuen sich alle Aktiven schon jetzt!
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