Jetzt anpacken und loslegen

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Bezirksbürgermeister Manfred Molszich eröffnete die Veranstaltung in der bis auf den letzten Platz besetzten kleinen Kirche am Alten Markt. Foto: Peter Mohr
Ganz nach dem Goethe-Motto „Der Worte sind genug gewechselt. Laßt mich auch endlich Taten sehn“ wurde am Montag auf der ersten Stadtteilkonferenz quasi der Startschuss zur „Runderneuerung“ der Wattenscheider City gegeben.

„Anpacken und loslegen“, hatte Bezirksbürgermeister Manfred Molszich im Mai bei der Eröffnung des Stadtteilbüros gefordert. In seinen Begrüßungsworten forderte Molszich noch einmal alle Wattenscheider auf, sich aktiv in den Innovationsprozess einzubringen.
Und das Interesse der Bürger scheint riesengroß zu sein, denn die kleine Kirche am Alten Markt war bis auf den letzten Platz besetzt. Wie bei der fein herausgeputzten Kirche soll es auch mit der Wattenscheider City gehen, Tradition und Moderne vereinigen.
Es geht um die Fläche zwischen Zeche Holland und der alten Stadtgrenze zu Bochum (in Ost-West-Ausrichtung) sowie zwischen Stadtgarten und Bahnhof (in Nord-Süd-Ausrichtung).
Insgesamt stehen für den Zeitraum bis 2020 57 Einzelprojekte an - unterteilt in vier Kernbereiche.
Wohnen und Bauen steht ganz oben auf der Agenda. Die Bochumer Straße genießt hier Priorität.
„Grün- und Freiraum“ lautet ein weiteres Themenspektrum. Hier sind Veränderungen sowohl im Stadtgarten als auch im Park am Ehrenmal (Bahnhofstraße/Bußmanns Weg) geplant.
Der Stadtgarten soll zum „Erholungsort der Sinne“ aufgewertet werden.
Auch im Ehrenmal-Park ist eine Umstrukturierung geplant. Im Zuge der Restbeseitigung der Sturmschäden soll hier die Attraktivität gesteigert werden. Angedacht ist ein multifunktionaler Park für verschiedene Generationen. Auch die Nutzung als Sport- und Pausenstätte für das Märkische Gymnasium ist in der Diskussion.

August-Bebel-Platz

Im Arbeitsbereich „Mobilität, Wege und Plätze“ steht vor allem die Modernisierung und Umgestaltung des August-Bebel-Platzes ganz oben in der Projekt-Hierarchie.
Die Erneuerung des Abenteuerspielplatzes an der Hüller Straße fällt in den Projektbereich „Gesundheit, Freizeit, Kultur, Soziales“. Hier wurden durch das städtische Gesundheitsamt alarmierende Zahlen für Wattenscheid vorgelegt. Danach hat Wattenscheid-Mitte stadtweit den höchsten An
teil an übergewichtigen Kindern. Ein Zusammenhang mit der engen Bebauung und damit einhergehend mit wenig Platz für „Outdoor“-Aktivitäten scheint auf der Hand zu liegen.
Wie wichtig lokale Identifikation für den Wohnwert ist, unterstrich Baudezernent Markus Bradtke, der bei den Zuhörern gleich kräftig „punkten“ konnte. Bradtke erklärte, dass er seine ersten sieben Lebensjahre in Wattenscheid verbracht habe, sein Vater UWG-Mitglied war und er um die „Besonderheiten in Wattenscheid“ genau Bescheid wisse.
Der Dezernent wies darauf hin, dass im Bereich Wattenscheid-Mitte ein überproportionales Verarmungsniveau festzustellen sei. Hier sei der Hebel ebenso anzusetzen, wie bei der Schaffung von attraktivem, preiswertem Wohnraum.

30 Millionen Euro Fördermittel

Mindestens 30 Millionen Euro Finanzmittel aus verschiedenen Fördertöpfen stehen in den nächsten sieben Jahren für die City-Erneuerung bereit.
Baudezernent Markus Bradtke wünscht sich: „Hinter jedem Euro müssen wir künftig den Mehrwert für Wattenscheid spüren.“
Das 2012 angestoßene Projekt nimmt jetzt immer mehr Fahrt auf. Die Eröffnung des Stadtteilbüros am 21. Mai war ein erster Schritt in Richtung Wattenscheider Citymanagement. Nun werden als nächste Schritte ein Bürgerverfügungsfond und ein Stadtteilbeirat eingerichtet.
Wer nach den Vorträgen die angeregten Diskussionen in den fünf Arbeitsgruppen verfolgt hat, der kann ganz sicher sein - im Sinne des neuen Ohrwurms von Lokalbarde Lenni: „Wattenscheid lebt.“
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3 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 05.07.2016 | 18:05  
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