Die Konsequenzen der "Jahrhundertflut": Feuerwehr- und THW-Mühen, Sorgen der Landwirte

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(Foto: THW Wesel)
 
(Foto: THW Wesel)

Während anderswo die meisten Menschen aktuellen Fußballfreuden frönen, beherrschen ganz andere Sorgen den Niederrhein: Die zweite Hochwasserwelle innerhalb von drei Wochen hielt hunderte Helfer vom Fernsehen ab.

Am Abend des 23. Juni kündigte sich die erneute Katastrohe naturgewaltig an: Gegen 21 Uhr näherte sich eine Unwetterfront dem Kreis Wesel. Und wieder machte jede Menge Starkregen vor allem den Anrainern der Issel das Leben schwer.

Feuerwehren aus Düsseldorf, Neuss und Mettmann halfen mit 35 Fahrzeuge (140 Einsatzkräfte) in den Hamminkelner Ortsteilen. Auch das Technische Hilfwerk (Ortsverband Wesel) war mit dabei. Trotzdem sah am Freitagabend die Lage sehr bedrohlich aus - die Issel drohte an mehreren Stellen überzulaufen. Wieder wurde der Einsatz von über 130 Wehrleuten aus Krefeld, Mönchengladbach und dem Kreis Viersen notwendig.
Bereits in der Nacht zum Freitag mussten die kreuzfleißigen Helfer zu über 200 Einsätzen ausrücken - dach damit nicht genug: Am Freitagnachmittag stand der Pegel an der Issel bei 2,27 Metern – sechs Zentimeter höher als bei drei Wochen davor!

Bürgermeister Bernd Romanski - stets upgedatet durch aktuellste Informationen - sprach gegenüber lokalen Medien von "mehreren zehntausend Sandsäcken", von den bestens organisierten Kräften vor Ort befüllt und an den neuralgischen Stellen verbaut worden seien.

Die ersten 5 und die letzten 10 Bilder des Beitrags stammen vom THW Wesel (mit freundlicher Genehmigung)

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Inzwischen sind die Pegel an der Issel und den umliegenden Bächen wieder gefallen.
Doch jeder Vorbeifahrende sieht deutlich, dass der wochenlange Wassereintstau die Böden überlastet und die Pflanzen verfaulen lässt.

Angebot der Stadtverwaltung

Der Bürgermeister lässt mitteilen: "Nachdem das Isselhochwasser mittlerweile zurückgegangen ist, besteht trotzdem weiterhin die Situation, dass nach wie vor viele Keller volllaufen und das Wasser auf niedriggelegenen Grundstücken nicht abläuft.
Da uns zu diesem Thema viele Anfragen erreichen, möchten wir den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 30. Juni um 19 Uhr im Ratssaal der Stadt Hamminkeln entsprechende Informationen zukommen lassen und auch die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen."

Die Redaktion "Der Weseler" bat die Kreisbauernschaft um ein Statement zur momentanen Lage.

Andrea Bahrenberg aus dem Pressebüro des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes formuliert es so: "Der neue Starkregen hat vielen Bauern den Rest gegeben!"! In einem krassen Fall seien 65 Prozent der Flächen eines Hamminkelner Landwirts durch das Wasser zerstört. Manchen Viehbetrieben fehle es an den nötigen Futtermitteln, um ihre Tier zu versorgen.

Laut RLV erhalten betroffene Landwirte 1000 Euro pro zerstörtem Hektar Weideland an öffentlichen Hilfen. Stehen Maisäcker landunter, würden 1500 bis 1600 Euro pro Hektar gezahlt. Bürgermeister Bernd Romanski stehe den Geschädigten für Beratungsgespräche zur Verfügung, mögliche Termine würden bald kommuniziert. Zudem würde ein Fragebogen an Betroffene verteilt, um so einen Überblick über die genauen Schäden zu bekommen.

(Alle Fotos zum Beitrag: Freiwillige Feuerwehr Hamminkeln)

Weitere beeindruckende Bilder machen Karin Obbink und Axel Schepers.
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Hans-Martin Scheibner aus Xanten | 28.06.2016 | 10:14  
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