IHK: Probleme rund um die Pflege / Zuwenige Bewerber, mangelnde Qualifikation

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(Foto: Petra Kaminski)

Der Fachkräftemangel im Pflegebereich ist bekannt. In einer gemeinsam beauftragten Studie des Gesundheitsnetzwerks Niederrhein e.V. und des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Niederrhein wurden 80 Unternehmen aus den Kreisen Wesel und Kleve zur aktuellen Beschäftigtensituation und zu konkreten Möglichkeiten für die Mitarbeitergewinnung befragt.

Im Fokus für die Unternehmen stehen neue Zielgruppen wie Wiedereinsteiger, die Generation 50+ oder Fachkräfte aus dem nahen Ausland. Ergänzende Leistungen zum Gehalt wie flexible Arbeitszeiten oder Zusatzversicherungen werden als Anreize genutzt.

80 ambulante und stationäre Pflegeunternehmen in den Kreisen Kleve und Wesel wurden zu ihren Fachkräftebedarfen und Rekrutierungsmaßnahmen im Rahmen einer Studie befragt, die die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve unterstützt hat. 70 Prozent der befragten Unternehmen bestätigten, dass der Bedarf an Fachkräften in ihrem eigenen Unternehmen in den nächsten fünf Jahren steigen wird.

60 Prozent gaben an, offene Stellen bereits heute nur schwer besetzen zu können. Dies gilt insbesondere für den Bereich der ambulanten Pflege. Als Hauptgrund nannten 48 Prozent die unzureichende Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber. 40 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, wegen ihrer Firmenexpansion einen höheren Bedarf an Fachkräften zu haben, die neuen Stellen aber nicht besetzen zu können.

Das Image des Pflegeberufs, vor allem die ungenügenden Verdienstmöglichkeiten, die körperlichen wie psychischen Belastungen und die unattraktiven Arbeitszeiten wirken zudem auf junge Nachwuchskräfte laut Umfrage eher negativ.

Die Unternehmerinnen und Unternehmer am Niederrhein wissen um dieses Problem und sprechen deswegen ganz bewusst weitere Bevölkerungsgruppen an, um Fachkräfte zu gewinnen. Dazu gehören insbesondere Frauen, die in den Beruf zurückkehren wollen, die Generation 50+, Menschen mit Migrationshintergrund oder auch Fachkräfte aus dem nahen Ausland.

Ein Großteil der befragten Unternehmen bietet zur Mitarbeitergewinnung und -bindung schon heute Zusatzleistungen an wie Alters- oder Berufsunfähigkeitsvorsorge, Fort- und Weiterbildungen, flexible Arbeitszeitmodelle oder spezielle Personalentwicklungsmaßnahmen, um Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können. Dieses Engagement der hiesigen Unternehmen ist ein positives Signal für Pflegekräfte in der Region.

Durch den demografischen Wandel wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2030 um eine Million Menschen weiter steigen – eine gute Nachricht für die Unternehmen in der Pflegewirtschaft und die Beschäftigten, denn das heißt: der Markt wächst.

Die vollständige Studie steht auf der IHK-Website unter http://www.ihk-niederrhein.de als Download zur Verfügung. Mehr Details: Maike Fritzsching, Telefon 0203 2821-286, E-Mail fritzsching@niederrhein.ihk.de.
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Hildegard van Hueuet aus Xanten | 18.06.2015 | 18:35  
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Marjana Križnik aus Essen-Nord | 19.06.2015 | 15:38  
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Willi Heuvens aus Kalkar | 20.06.2015 | 15:59  
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