Vertreter der Betuwe-Anliegerkommunen bleiben dran: "Wir sind es wert!"

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(Foto: Kreis Wesel)
Der bevorstehende Ausbau der Betuwe-Strecke auf deutscher Seite zwischen Emmerich und Oberhausen ist auch nach dem ersten Spatenstich im Januar 2017 nach wie vor ein wichtiges Thema bei allen Beteiligten entlang der Strecke.

Auf Anregung der Arbeitsgruppe Betuwe, in der u. a. die Anrainerkommunen (Oberhausen, Dinslaken, Voerde, Wesel, Hamminkeln, Rees und Emmerich) vertreten sind, fand daher am Donnerstagabend, 2. März, in der Aula des Gymnasiums Voerde eine vom Kreis Wesel organisierte Informations- und Diskussionsveranstaltung statt. In drei Blöcken wurden die Themen Lärm- und Erschütterungsschutz, Querungen, Aufenthalts- und Gestaltungsqualität sowie Sicherheitskonzept behandelt. Dabei wurden die Forderungen der Region vorgestellt, aber auch von externen Referenten Impulse gegeben, wie ähnliche Probleme andernorts gelöst wurden.

Als Vertreter der AG Betuwe erläuterte der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers zunächst den aktuellen Planungsstand der Ausbaustrecke, bevor Wilfried Limke, Erster Beigeordneter der Stadt Voerde, die Forderungen der Region in Sachen Lärm- und Erschütterungsschutz vortrug. Den externen Impuls von Außen steuerte Werner Hoffmann, Abteilungspräsident im Ruhestand des Regierungspräsidiums Freiburg, bei. Er hatte im Auftrag des zuständigen Regierungspräsidenten maßgeblich die Forderungen seiner Region beim Ausbau der Rheintalbahn in Baden-Württemberg durchsetzen können. Insgesamt waren so in Süddeutschland zwei Milliarden Euro mehr aus Bundesmitteln in das Projekt geflossen. Die Rheintalbahn gehört ebenso wie die Betuwe-Linie auf deutscher und niederländischer Seite zum europäischen Bahnkorridor Rotterdam-Genua.

Manfred Flore von der Oberhausener Bürgerinitiative „Betuwe – So nicht!“ forderte beim Schallschutz gestalterische Qualität und bei den geplanten Querungen die Vermeidung von Angsträumen. Er nannte einige Beispiele, wie dies erreicht werden könne: einfach zu reinigende, beleuchtete Glasfassaden und Sichtbarkeit von Tageslicht. Beim Themenblock Streckensicherheit lobte Gerd Auschrat, Leiter der Berufsfeuerwehr Oberhausen, ausdrücklich das Entgegenkommen der Bahn, verwies aber auch darauf, dass die in den Niederlanden bereits fertig gestellte Strecke in Sachen Sicherheit in einer anderen Liga spiele. Und so beeindruckten die Ausführungen von Robert Polmann, dem Abteilungsleiter Brandweer Gelderland-Midden, die Zuhörer. „Unfälle passieren. Durch eine gut abgestimmte und durchdachte Streckensicherheit ist die Feuerwehr in den Niederlanden bei einem Unfall auf der Strecke sofort handlungsfähig und muss mit dem Einsatz nicht warten, bis der Notfallmanager der Bahn eingetroffen ist“, so Polmann. Neben der möglichen Erdung und Stromabschaltung durch die Feuerwehren hob er hervor, dass auf niederländischer Seite die durchgehende Zugänglichkeit der Bahnstrecke für Einsatzfahrzeuge sowie eine Löschwasserversorgung mit 6.000 Litern/Minute über einen Zeitraum von mindestens vier Stunden gewährleistet seien.

In einer abschließenden, von Moderator Joachim Fahrwald (Büro memo-consulting) geleiteten Gesprächsrunde, an der Dr. Hans-Ulrich Krüger (Mitglied des Bundestags, SPD, und des Projektbeirats), Sabine Weiss (Mitglied des Bundestages, CDU, und des Projektbeirats), Stefan Ventzke (Projektleiter DB), Christoph Gerwers, Gert Bork (BI „Betuwe – so nicht! – sondern besser!“) und Werner Hoffmann teilnahmen, verständigten sich die Beteiligten auf folgendes Statement der Region:

Wir sind es wert! Gemeinsam setzen wir uns für die sachgerechten Forderungen zum Schutz unserer Region vor Lärm, Erschütterung, Zerschneidung und Sicherheitsrisiken ein. Die von der Ausbaustrecke Emmerich – Oberhausen (Betuwe-Linie) betroffenen Menschen und ihre Umwelt verdienen innovative, nachhaltige Problemlösungen! Wir erwarten den vollen Einsatz unser Mandatsträgerinnen und Mandatsträger.

Dieser Forderung aus der Region verliehen die Anwesenden durch ihre Unterschrift unter das Statement Nachdruck.
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