Von "Nutella Natural" bis zur Schwitzhütte

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Dr. Margot Franken freute sich, mal wieder in Witten zu sein und erzählte von Samaipata.
 
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Witten: Ort der Begegnung |

Ökologischer leben in Samaipata/Bolivien.

Vortrag von Prof.Dr. Margot Franken zur „Transition Town Samaipata.“

Die „Transition Town Samaipata“ ist keine Stadt, sondern eine weitere Initiativ-Gruppe der weltweiten Transition Town Bewegung, die sich für ein umweltbewusstes Leben einsetzt. Sie wurde 2015 ins Leben gerufen und ist bis jetzt die einzige Transition-Initiative in Bolivien.

In dem Dorf Samaipata, ein Dorf in den Ausläufern der Anden mit etwa 4500 Einwohnern, über das der Vortrag berichtete, leben neben der bolivianischen Bevölkerung Menschen aus über 30 Nationen, darunter auch einige Deutsche. Dr. Margot Franken, ehemalige Wittenerin, lebt seit 1985 in Bolivien. Sie arbeitete bis vor einigen Jahren an der Universität von La Paz als Dozentin und Wissenschaftlerin im Bereich Ökologie und zog nun in dieses ganz besondere Dorf in der Nähe einer großen Festung aus der Vor-Inka-Zeit und eines wichtigen Nationalparks.

Bereits seit vielen Jahren pflegt sie freundschaftliche Bande in der ganzen Welt und machte nun nach einigen Jahren wieder einmal im „Ort der Begegnung“ Station. Die Transition Town Initiative Witten/Wetter/Herdecke, bei der viele Freunde von Margot Franken mitwirken, hatte sie eingeladen, einen Vortrag zu halten und viele Interessierte folgten am Samstag der Einladung.

Margot Franken erzählte über die Transition Town Ideen und deren Umsetzung, sowie über ihr eigenes Leben in 1.700 Metern Höhe.
„Transition Town“ heißt übersetzt „Stadt im Wandel“. Hier wie dort geht es bei der Initiative darum, alternative klima- und ressourcenschonende Lebensweisen nach bestimmten Vorgaben zu entwickeln. In Samaipata sind die wichtigen Themen: Müllvermeidung und –recycling, Trinkwasserqualität und Abwasserentsorgung, die architektonische Erhaltung des alten Dorfkerns und die Förderung von kulturellen Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene.

„Im Sinne der weltweiten Transition Bewegung zu handeln, war uns sehr wichtig, denn auch in Bolivien wird in der Landwirtschaft viel mit Umweltgiften gearbeitet und nicht ressourcenschonend geplant.“, so Margot Franken.
Im Grunde entspricht dieses Dorf schon weitgehend den Kriterien der Transition-Bewegung, denn nur 5 % der Einwohner besitzen ein Auto und etwa 80 % der Lebensmittel werden regional (allerdings nur wenig davon ökologisch) erzeugt.
Die Stadtverwaltung definiert Samaipata in ihrem neuen 5-Jahresplan als „nachhaltiges“ Dorf.
So wird vieles in Samaipata selbst und möglichst ökologisch hergestellt. Ob es um die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen geht, die Herstellung von Baumaterialien wie Lehm oder Anbauarten wie Permakulturen. Man kann im Dorf organisch angebautes Gemüse und Obst, selbstgemachtes Vollkornbrot und Honig bekommen, Naturkosmetik, Kunsthandwerk und sogar selbstgemachtes „Nutella natural“ in den kleinen Läden Samaipatas kaufen. Und es gibt eine kleine alternative Schule, die gerade die staatliche Anerkennung erhalten hat.

Margot Franken erzählte außerdem über Kurse zur Spiritualität, die dort angeboten werden inklusive Schwitzhütte und Wanderungen zu den berühmten Ausgrabungsstätten und Naturschönheiten.

Für die Mitglieder der Transition Town Witten/Wetter/Herdecke war
der Vortrag „ein absoluter Gewinn“, wie Margot Eppinger vom Orga-Team zum Ausdruck brachte. Es wurde viele interessierte Fragen nach dem Leben dort gestellt und für die Arbeit der Initiativgruppe wichtige Anregungen übernommen.

Zurzeit sucht Margot Franken, die schon wieder auf dem Weg nach Wien ist, nach interessierten Leuten, die fahrradbetriebene Maschinen, insbesondere Gartenhäcksler, Getreidemühlen, Oelpressen entwickeln können. Auf dem Grundstück ist Platz für Interessierte und freiwillige Helfer, denn es gibt viel zu tun. Vielleicht findet sich ja jemand in Witten?

Infos:
http://terra-universalis.org
https://transition-town-witten.jimdo.com
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