Girls' Day: Ein Tag (nicht) nur für die Mädchen

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Traditionell beteiligen sich auch die Stadtwerke Witten am Girls‘ Day. In diesem Jahr besuchten 19 Mädchen den Betrieb, um einen Einblick in verschiedene männertypische Berufe zu erhalten. Foto: Stadtwerke
 
60 Schülerinnen aus Witten, Bochum und Herne hatten sich für den Girls‘ Day bei der Polizei angemeldet und konnten neben Einblicken in den Beruf auch Polizeipräsidentin Diana Ewert (orange Jacke) sowie den „Polizei-Smart“ kennenlernen. Foto: Polizei
Fragt man Jungs, was sie mal werden wollen, wenn sie groß sind, hört man möglicherweise als Anwort Berufe wie Astronaut oder Feuerwehrmann. Mädchen wollen eher Lehrerin werden, Friseurin oder Stewardess.
Dass Frauen immer noch (zu) häufig die klassischen „Frauenberufe“ wählen, dem soll mit dem sogenannten Girls’ Day entgegengewirkt werden. Der Aktionstag findet einmal im Jahr Ende April statt und soll Mädchen und Frauen motivieren, sich auch technischen oder naturwissenschaftlichen Berufen zuzuwenden, in denen sie nach wie vor unterrepräsentiert sind. Grund für den Aktionstag ist auch der andauernde Fachkräftemangel in der Industrie.
Anlässlich des Girls’ Days haben die Landesstatistiker festgestellt, dass Schülerinnen bei den höheren Abschlüssen im Jahr 2012 überrepräsentiert waren: Der Frauenanteil an den Abgängern mit Hochschulreife lag in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr bei 55,3 Prozent und bei den Absolventen mit Fachhochschulreife bei 51,2  Prozent. Bei den Schulentlassenen mit und ohne Hauptschulabschluss waren hingegen Jungen mit Anteilen von 57,6 Prozent beziehungsweise 58,9 Prozent häufiger vertreten als Mädchen.
Wittener Schülerinnen waren unter anderem bei der Stadtverwaltung, bei der Polizei und bei den Stadtwerken. Im Evangelischen Krankenhaus fand wieder der Boys’ Day statt, um Jungs die Gelegenheit zu geben, mal in typische „Frauenberufe“ wie solche in der Pflege hineinzuschnuppern.

Bei der Stadtverwaltung hatten sich 50 Mädchen angemeldet, von denen allein 40  die Wittener Feuerwehr an der Dortmunder Straße besucht haben. Die anderen zehn Mädchen verbrachten den Tag auf der Poststelle, im Planungs-, Vermessungs- und Betriebsamt.
Traditionell beteiligen sich auch die Stadtwerke Witten am Girls’ Day, hier waren 19 Mädchen zu Besuch. Die Schülerinnen konnten zum Beispiel bei einer Lötübung ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen, erfuhren, wie die Technik in einem Schwimmbad funktioniert und wie man an einem Pkw einen Reifen wechselt. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie von den Auszubildenden der Stadtwerke. „Das Feedback der ,Girls‘ war sehr positiv, und wir freuen uns auf nächstes Jahr“, zog Ausbildungsleiterin Tanja Knie ein positives Fazit.
Die Polizei besuchten insgesamt 60  „Kommissarinnen in spe“ aus Witten, Bochum und Herne. Die Polizei zeigte den 12- bis 15-Jährigen die unterschiedlichsten Arbeitsbereiche, die es in einer Polizeibehörde gibt. Dazu gehörten die Polizeiwache, der Erkennungsdienst, das Polizeigewahrsam, die Kriminalwache sowie die Pressestelle. Ein Besuch bei Polizeipräsidentin Diana Ewert und ein Probesitzen im Streifenwagen standen genauso auf dem „Dienstplan“, wie das Sichern von Fingerabdrücken. Was hat den Schülerinnen besonders gut gefallen? Der schmucke „Polizei-Smart“, den sie am liebsten gleich mit nach Hause genommen hätten.
Auch die Jungen gingen an diesem Tag nicht völlig leer aus: Im Evangelischen Krankenhaus fand wieder der „Boys’ Day“ statt, an dem parallel zum „Girls’ Day“ Jungen in soziale und pflegerische Berufe hineinschnuppern konnten. Das Krankenhaus informierte über den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers. Die angebotenen Plätze waren schnell vergeben, zwölf Schüler zwischen 12 und 15 Jahren nahmen teil.
Die Praxisanleiterinnen Elke Kuhnen und Beate Plückelmann stellten den Schülern das Berufsbild, die Aufgaben, Ausbildungsinhalte und Verdienstmöglichkeiten einer Pflegekraft vor. Nach den ersten Informationen streiften sich die Jugendlichen stolz die blauen Arbeitskittel über. Anschließend begleitete jeder Teilnehmer zwei Stunden lang eine examinierte Pflegekraft bei der Arbeit auf der Station. Tätigkeiten wie Infusion anlegen, Spritze verabreichen oder Verband wechseln, bei denen sie am Krankenbett nur zuschauen durften, konnten die Jungen am Nachmittag in der Krankenpflegeschule an der Übungspuppe selbst ausprobieren.
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