Obeldicks-Projekt der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln
Je früher, desto besser - Übergewicht bei Kindern frühzeitig therapieren

Dr. Barbara Dieris und Viola Singer leiten das Obeldicks-Projekt.  | Foto: Hannah Iserloh/VCK
  • Dr. Barbara Dieris und Viola Singer leiten das Obeldicks-Projekt.
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Je früher Kinder mit schwerem Übergewicht therapiert werden, desto besser sind die Erfolgsaussichten - das ist die mutmachende Botschaft einer neuen Leitlinie zur Prävention und Therapie von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen.
"Das ist eine gute Botschaft und sollte ein Aufbruchssignal für alle Familien sein, die sich schon länger fragen, ob es nicht Zeit ist, etwas zu ändern", finden auch Dr. Barbara Dieris und Viola Singer vom Obeldicks-Projekt der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln.

Auch Familie und Umfeld in die Therapie einbeziehen

Um erfolgreich zu sein, ist es wichtig, nicht nur das einzelne Kind, sondern auch seine Familie und sein Umfeld in die Therapie einzubeziehen, betont die Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG) in ihrer neuen Leitlinie. Das Obeldicks-Projekt an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik - eines der wenigen von Krankenkassen akzeptierten Schulungsprogrammen - setzt diese Empfehlungen schon lange um."Eltern und Geschwister sind bei uns Teil des Programms", erläutert die Psychologin Dr. Barbara Dieris, "denn Kinder werden nicht alleine dick - und sie können auch nicht alleine abnehmen. Das ist ein Familienprojekt!"

Bessere Strukturen

Die S3-Leitlinie der Deutschen Adipositas Gesellschaft trägt Forschungserkenntnisse rund die Entstehung und Therapie von Übergewicht bei Kindern zusammen. Vieles davon ist nicht neu, aber wichtig: zum Beispiel, dass es bessere Strukturen braucht, um Familien Hilfestellung zu geben, in denen ein oder mehrere Kinder an Übergewicht leiden.
"Das ist am Ende eine Frage der Finanzierung", stellt Prof. Thomas Reinehr, Chefarzt der Abteilung für Pädiatrische Endokrinologie, Diabetes und für Ernährungsmedizin an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln, heraus: "Man braucht genug Anlaufstellen - wenn die Familien zu lange Anfahrtswege haben, kommen sie sonst gar nicht erst zur Therapie. Die Versorgungsstrukturen in diesem Bereich sind in den letzten Jahren aber nicht besser geworden!"

Programm Obeldicks gibt es seit 21 Jahren

Auch dadurch sei zu erklären, dass die Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlicher in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stagniere, obwohl das Thema stärker in die öffentliche Wahrnehmung rücke. "Dabei können wir nachweisen, dass ein frühes Einschreiten bei Übergewicht hilft", so Reinehr weiter: "Die Kinder können ihr Übergewicht reduzieren. Vor allem aber schaffen wir es durch die Programme, die Begleiterscheinungen des Übergewichts einzudämmen, die unseren Patienten sonst langfristig weitere Probleme bereiten - zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkschäden."
An der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln werden Kinder und Jugendliche mit Übergewicht bereits seit 21 Jahren im Obeldicks-Programm betreut. Das Schulungsprogramm setzt neben Aufklärung vor allem auch auf Bewegung, die Stärkung des Selbstbewusstseins und auf Verhaltensänderungen, verbunden mit Spaß und einem guten Gemeinschaftsgefühl.

Weckruf an Familien

"Je jünger die Kinder sind, wenn sie zu uns kommen, desto besser können wir ihnen helfen", haben auch die Psychologinnen Viola Singer und Dr. Barbara Dieris beobachtet. Deshalb sollten die neuen Forschungsergebnisse auch ein Weckruf an die Familien sein: "Vielleicht fragt sich die eine oder andere Familie schon länger, ob sie das Thema nicht angehen müsste. Wenn das so ist: Melden Sie sich bei uns!"

Autor:

Lokalkompass Ostvest aus Datteln

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