"In Notsituationen ändert sich nichts"

Vom Schreibtisch auf die Straße. Da die Bürgerinnen und Bürger in Oer-Erkenschwick und Waltrop die Polizeiwachen in den Randzeiten kaum genutzt hätten, wurden die Öffnungszeiten eingeschränkt. Dafür würde man jetzt öfter „den Schutzmann an der Ecke“ sehen
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Die neuen Öffnungszeiten der Polizeiwachen in Oer-Erkenschwick und Waltrop sorgen für viele Diskussionen über die Sicherheit vor Ort. Die Stadtverwaltungen fühlen sich schlecht informiert. Die Polizei sieht Vorteile.
Seit Oktober haben die Wachen am Rathaus nur noch wochentags bis 20 Uhr geöffnet und am Wochenende sind es wenige Stunden, in denen die Beamten des Bezirksdienstes vor Ort sind.
Peter Raudszus, Sprecher der Stadt Oer-Erkenschwick: „Wir mussten aus den Medien erfahren, dass die Wache praktisch stillgelegt wurde“, erzählt er und kritisiert die Umgangsweise des Polizeipräsidiums mit der Stadt. „Eine Kommune wird links liegen gelassen“, so der Sprecher, der sich Gedanken über die Schulweg-Betreuung macht, die für ihn nach der Wachöffnung um 8 Uhr keinen Sinn macht. Die Verwaltung hat schon vor einiger Zeit selbst die Initiative ergriffen und lässt städtische Liegenschaften von einem privaten Sicherheitsdienst überwachen, um Schäden durch Vandalismus zu reduzieren. Froh sei man über die Wache in jedem Fall, denn die Zusammenarbeit mit den Beamten vor Ort sei sehr gut.
Sehr zufrieden ist auch Waltrops Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe mit den Beamten, die im Streifenwagen und auf der Wache in Waltrop ihren Dienst tun und freut sich über gelungen Projekte in der letzten Zeit. Doch auch die Bürgermeisterin ist über die Situation ein wenig verstimmt. Nicht nur darüber, dass die Wachzeiten in der Stadt um 17 Stunden pro Woche reduzieren worden sind, sondern vor allem, weil sie und die Verwaltung ebenfalls erst über die Medien informiert wurden. „Es müsste einen anderen Weg geben, die Städte über solche Änderungen vorab zu informieren“, sagt Anne Heck-Guthe. In einem Offenen Brief werden die Bürgermeisterin und der Stadtrat um Antworten aus dem Recklinghäuser Präsidium bitten auf die Frage, warum diese Umstrukturierung notwendig geworden ist.
Auch die Parteien nehmen das Thema Polizei ernst, so sammelt die CDU mit Unterschriftenlisten mal wieder Unterstützter für eine „richtige“ Polizeiwache und der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Siebert appelliert zum wiederholten Male an die Polizeichefin, zu einem Gespräch mit Ratsvertretern nach Waltrop zu kommen.
Für Andreas Wilming-Weber vom Polizeipräsidium in Recklinghausen ist es sehr wichtig, klarzustellen, dass sich die Verschiebung der Öffnungszeiten nicht auf die Sicherheit der Bürger im Notfall auswirkt, denn die Einsätze der Streifenwagen werden über die Leitstelle koordiniert und nicht über die Wachen vor Ort.
Doch wird dem Bürger jetzt öfter „der Schutzmann an der Ecke“ geboten, versichert der Polizeisprecher und macht klar, dass keine Kapazitäten aus den Städten abgezogen werden. „Den Wunsch der Kommunen nach mehr Polizeipräsenz auf der Straße haben wir umgesetzt,“ gibt Wilming-Weber bekannt.
Die Polizei hat es zum Anlass genommen, dass die Wachen des Bezirks- und Schwerpunktdienstes, wie es richtig heißt, in Waltrop und Oer-Erkenschwick in den Randzeiten durch die Bürger kaum genutzt wurden, um die Arbeitszeit der Beamten vom Schreibtisch auf die Straße zu verlegen. Dadurch könnten jetzt Schwerpunktaktionen der Wachen vor Ort personell besser ausgestattet werden, denn die Einsatzzeiten müssen nicht mit den alten Öffnungszeiten übereinstimmen.

Autor:

Björn Jadzinski aus Waltrop

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