Kriegsbilder und Kleves ungeliebtes Kunstwerk

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Eine Zeitzeugin, Ursula Meissner und Max Knippert.
Zielstrebig laufen zwei Männer auf den Bildhauer Max Knippert zu, der mit Fotografin Ursula Meissner vor seinem Pavillon mit Kriegsbildern und Beiträgen über den Toten Krieger von Mataré steht. Wohlwollen strahlen die Unbekannten nicht aus, ein undeutliches Kärtchen wird auf Hüfthöhe gezeigt und der Bildhauer wird aufgefordert sich zu legitimieren. Unfreiwillig wurden jene Beamten Statisten bei der Ausstellung, sind doch Personenkontrollen Teil des Krieges. Man sucht offenbar jemand anderes und die beiden entfernen sich ohne Eile.
Die Bilder aus Kriegsgebieten stammen von Ursula Meissner. Verstümmelte Menschen, verwitwe Frauen die betteln, Bilder von Leid und Hass sind auf feststehenden und drehbaren Paneele zu sehen, deren andere Seite sich mit der Geschichte einer Statue des Künstlers Ewald Mataré, dem Toten Krieger befasst. Ursprünglich Teil eines Gefallenendenkmals in Kleve wurde es durch die Nationalsozialisten zerstört und verscharrt. Eine Darstellung eines gefallenen Kriegers ohne eine Spur von Heldentum passt nicht ins Konzept eines kriegerischen Staates, egal welcher Farbe. Nach der Auffindung der Bruchstücke fand die restaurierte Statue eine Bleibe im Schatten der Klever Stiftskirche.
Der Pavillon an der Gruft entwarf Max Knippert. Er steht am ursprünglichen Standort jenes Toten Kriegers. Aus der Entfernung fallen vor allem die Totenköpfe auf, näher gekommen klingt das Quietschen der drehenden Teile als Stimme des Elends. Nicht ein Ort der anzieht, keine Kunstgalerie mit Klimaanlage, sondern man begibt sich, sicherlich an windigen Tagen, in eine Zone in der man aufpassen muss. Kurzvideo.
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2 Kommentare
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Jan Kellendonk aus Bedburg-Hau | 21.05.2015 | 16:34  
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Jan Kellendonk aus Bedburg-Hau | 22.05.2015 | 16:54  
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