Holzschnitte im XXL-Format von Inessa Emmer im Kunstraum-unten

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  Bochum: Kunstraum-Unten | Seit Freitag, 17. April bis zum 22. Mai präsentiert Kunstraum-unten auf der Zwischenebene der Bochumer U-Bahnstation „Schauspielhaus“ Holzschnitte im XXL-Format der Düsseldorfer Künstlerin Inessa Emmer.
Inessa Emmer wurde 1986 in Kasachstan geboren, 2008 begann sie das Studium der Kunst an der Universität Dortmund bei Prof. Bettina van Haaren und Prof. Jan Kolata. Seit 2012 studiert sie an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Prof. Thomas Grünfeld.

Spezialisiert hat Inessa Emmer sich in den letzten beiden Jahren auf die Druckgraphik, insbesondere auf den Holzschnitt. Es gibt nicht viele junge Künstler, die sich fast ausschließlich dieser alten Darstellungsform widmen. Die im Prinzip sehr einfache Technik des Holzschnitts zählt zu den ältesten Verfahren der Menschheit ihre Bildvorstellungen festzuhalten. Er ist dabei das älteste grafische Druckverfahren überhaupt.

Was Inessa Emmer Holzschnitte zum einen besonders macht, sind die ausladenden XXL-Formate, die sie für ihre Kunst wählt. Meistens druckt sie farbig im Format von 200 x 260 cm auf Nessel, und versucht experimentierfreudig die bisher entwickelten Möglichkeiten dieser Technik nicht nur im Hinblick auf die Größe oder das Material auszuschöpfen, sondern möglichst auch zu erweitern.

So ist charakteristisch für ihre Holzschnitte die Kombination verschiedener Schneidetechniken, wie die Verwendung von klassischen Hohleisen um die Figuren im Weißlinien-, Schwarzlinien- oder Flächenschnitt ins Holz zu schneiden in Verbindung mit Stempeln für die plakativen Teile des Werkes, die sie mit der Säge herstellt. Bei dem Druck mit dem Segelschiff setzte sie bei den 3 Frauenfiguren die Technik des „verlorenen Schnittes“ ein. Dabei entsteht ein Holzschnitt durch das Bearbeiten nur einer Druckplatte, wobei nach dem Drucken mit einer Farbe weiter Linien und Flächen aus der Holzplatte rausgeschnitten werden oder die Platte sogar in Einzelelemente unterteilt wird, um dann in der veränderten Version nochmals mit anderen Farben auf den gleichen Druckträger gedruckt zu werden. Zuletzt, wenn der Druck vollendet ist, ist die Druckplatte aber verloren. Weitere Nachdrucke sind nicht mehr möglich.
Ein anderer wichtiger Aspekt ihrer Arbeiten ist für Inessa Emmer die Farbvielfalt. Die Bilder entstehen in Schicht-Drucken, wobei die Künstlerin keine Druckpresse, sondern ihr Körpergewicht einsetzt, um die Platten zu drucken und dabei farbliche und strukturelle Effekte zu erzielen. Aus mehreren, manchmal bis zu 20 - Platten setzen sich Emmers XXL Drucke zusammen. Vom Hinter- über den Mittel- bis zum Vordergrund werden die Farben übereinander gedruckt, und vermischen sich so in immer neuen Variationen. Es entsteht eine Dynamik, gleichzeitig erlangen die Drucke dadurch ihre ganz eigene Tiefenwirkung.

Inhaltlich steht Im Mittelpunkt von Emmers Werken häufig der menschliche Körper, vorwiegend der weibliche, welcher in verschiedenen Szenarien dargestellt ist. Fast verspielt mutet die Darstellung des mythologischen Motivs Odysseus bei den Sirenen an. Im Außenbereich ziehen drei weitere Exponate die Blicke auf sich, die uns an biblische Geschichte von Eva mit der Schlange als Verführerin erinnert, deren künstlerische Ausführung beeindruckend wirkt. Der Totenschädel läßt Assoziationen an mittelalterliche Totentanzdarstellungen aufkommen. Es sind aber nicht die die mythologischen, religiösen oder philosophischen Themen, die die Künstlerin interessieren, sondern es sind die Motive selbst, die sie nach ganz subjektiven Kriterien auswählt und die sie zu künstlerischer Gestaltung motivieren. Zukünftig möchte sich die Künstlerin verstärkt mit ihren Wurzeln und ihrer Heimat, Kasachstan, auseinander setzten.

Kunstraum-unten
Hattinger Str. 1 / Zwischenebene der U-Bahnstation Schauspielhaus
44789 Bochum

Öffnungszeiten: Di und Fr 15:30 - 18:30 Uhr und nach Vereinbarung
www.Kunstraum-unten.de
www.facebook.com/kunstraum.unten
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