Musik im Zeichen Luthers - Bochumer Orgeltage locken mit Interpreten aus aller Welt

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Kirchenmusikdirektor Arno Hartmann eröffnet die Bochumer Orgeltage am Ostermontag mit einem Konzert in der Propsteikirche. (Foto: Gianni Proietti)

Für alle Freunde der Königin der Instrumente bricht ab Ostermontag wieder eine abwechslungsreiche Zeit an: Die Bochumer Orgeltage warten zum 37. Mal mit einem vielfältigen Programm auf. Organisten aus sechs Nationen beleben die hiesige Orgellandschaft. Die international renommierten Organisten spielen unter dem Motto, "Eine feste Burg" - 500 Jahre Reformation, jedes Konzert beinhaltet auch ein Werk über den Lutherchoral.

Die Bochumer Orgeltage sind zu einem über die Grenzen Bochums hinaus anerkannten Bestandteil des Musiklebens geworden. Durch das weite Spektrum an Orgeln gelingt es renommierte Organisten aus der ganzen Welt mit einzigartigen Orgeln zu kombinieren und so ein kulturelles Highlight zu schaffen.
Dieses Jahr sind Künstler aus Deutschland, Italien, Polen, Australien, den USA und erstmals auch Island vertreten, die immer auch Musik aus ihrer eigenen Kultur mitbringen. So kann der Zuhörer über die Musik andere Kulturen kennen lernen, besonders die isländischen Chorlavorspiele versprechen ein ganz besonderes Erlebnis zu werden, für Arno Hartmann wird besonders das Konzert "L´Ascension - Himmelfahrt" ein Highlight.
Auch in diesem Jahr gastiert das Festival in der umliegenden Region Westfalens, so ist man in der St. Peter Kirche in Waltrop zu Gast. Damit findet die Vernetzung der Bochumer Orgeltage mit außergewöhnlichen Kirchen und Konzertorten in Westfalen seine Fortsetzung. Das Festival, das traditionell bis Pfingsten geht, wird dieses Jahr durch den "Bochumer Orgelsommer" ergänzt.
Der "Orgelsommer" wird durch vier weitere Konzerte im Juni vervollständigt.
Die Veranstalter haben aus den letzten Jahren gelernt und möglichst viele Konzerte auf das Wochenende gelegt, sodass alle Interessierten die Möglichkeit haben diese zu besuchen.
Das Projekt startet mit zwei Orgelkonzerten für Kinder. Den Veranstaltern war wichtig, den Kindern das Thema Orgelmusik anschaulich näher zu bringen. Den jungen Zuschauern wird während des Konzertes der Blick auf die Orgel ermöglicht, außerdem wird das ganze von einer Schauspielerin begleitet.
Kirchenmusikdirektor Arno Hartmann, zugleich der künstlerische Leiter des Festivals, plädiert dafür, dass von frühester Kindheit an mehr für die Musik getan wird, im Elternhaus und in der Grundschule: „Kinder müssen singen oder ein Instrument erlernen“, fordert der Stadtkantor der Evangelischen Kirche in Bochum. Das JEKI-Projekt („Jedem Kind ein Instrument“) sei da sicher wunderbar um den Kindern erste Erfahrungen zu vermitteln.
„Vom musikalischen Niveau, wie es das beispielsweise in den baltischen und skandinavischen Ländern gibt, sind wir jedoch weit entfernt“, bilanziert Hartmann. So seien hierzulande in den Konzerten wenig junge Leute zu finden. Wenn man in Russland, Polen oder in Italien in ein Orgelkonzert geht, seien der Saal oder die Kirche mit überwiegend jungen Menschen voll. „Das hab ich hier selten erlebt“, sagt Hartmann.
Eine zunehmend größere Bedeutung für die Zukunft der Kirchenmusik in Bochum sieht Hartmann in den verschiedenen Kooperationen. Dazu gehöre vor allem die Zusammenarbeit mit der Stadt, nicht nur bei den Orgeltagen und Bachtagen, und mit den Bochumer Symphonikern. "Das gibt es so vielleicht noch in Leipzig, wo die Thomaskirche neben Gewandhaus und Oper die dritte Spielstätte des Orchesters ist, sonst gibt es das bundesweit eigentlich nicht", freut sich der Kirchenmusikdirektor über die guten Arbeitsbedingungen in der Revierstadt. Daneben würden auch weitere Kooperationen wie jüngst mit dem Landschaftsverband immer wichtiger.
Arno Hartmann selbst eröffnet das Orgelfestival am Montag, 17 April um 19.30 Uhr, mit einem Konzert in der Bochumer Propsteikirche, Untere Marktstraße. Er spielt unter anderem Werke von Bach.
Alle weiteren Infos zu den Konzerten und Terminen: www.bochumer-orgeltage.eu/ Kirchenmusikdirektor Arno Hartmann eröffnet die Bochumer Orgeltage am Ostermontag mit einem Konzert in der Propsteikirche. Foto: Gianni Proietti
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