Trauer um zwei Bochumer Persönlichkeiten: Norbert Busche und Gerd Kirchhoff gestorben

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Gerd Kirchhoff (Foto: Schröder)
 
Norbert Busche (Foto: Stadt Bochum)
„Ehrlich währt am längsten.“ – Diese Antwort gab Norbert Busche in einem Interview auf die Frage nach seinem Lebensmotto. Diesem Motto folgte er 30 Jahre lang als Bezirksbürgermeister im Bochumer Osten. Am letzten Donnerstag verstarb er – auch für Familie und Weggefährten – plötzlich und unerwartet. Jetzt am Donnerstag wurde er unter großer Anteilnahme beerdigt. Am Abend erreicht die Bochumer dann die zweite traurige Nachricht: Der frühere Stadtdirektor Gerd Kirchhoff starb ebenso überraschend im Alter von 73 Jahren.

Gerd Kirchhoff: Dezernent mit hohem Beliebtheitsstatus

Ihn wollte Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz am liebsten gar nicht gehen lassen. Als Gerd Kirchhoff im Jahre 2007 seinen Abschied ankündigte, gab es nicht wenig in Bochum, die ihn überreden wollten, seinen Ruhestand doch noch etwas nach hinten zu schieben. Doch Kirchhoff ließ sich nicht erweichen, er beendete Ende August 2007 seine knapp 40-jährige Berufslaufbahn.

Mit einem Empfang in der rewirpowerLounge feierten 300 Gäste aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Sport den Abschied des verdienten Politikers. Insbesondere die Vertreter der zahlreichen Bochumer Sportvereine waren damals traurig über seinen Abgang. Sie schickten Kirchhoff mit einer sehr emotionalen Choreografie auf dem Rasen des rewirpowerStadions zum Lied "Niemals geht man so ganz" in den Ruhestand.

Gerd Kirchhoff zeichnete während seiner gesamten Tätigkeit bei der Stadt Bochum ein hohes Maß an fachlicher und sozialer Kompetenz aus. Sein Rat war sowohl bei seinen Vorgesetzten, seinen Kolleginnen und Kollegen, bei allen Ratsfraktionen und natürlich bei seinen Mitarbeitern sehr geschätzt und wurde in aller Regel befolgt. Zudem war er ein wahrer „Künstler des gesprochenen Wortes”, mit eleganten Formulierungen und einem hohen Geschick zur diplomatischen Wortwahl. Phrasen und "Verbalblasen" kamen ihm dabei so gut wie nie über die Lippen.

Der Diplom-Verwaltungswirt wurde am 6. August 1942 in Haan im Bergischen Land geboren und lebte seit 1995 in Bochum. Seine berufliche Karriere begann er bei der Stadt Hilden. 17 Jahre war er Hauptreferent der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung (KGSt) in Köln, ab 1995 war er für die Stadt Bochum tätig, seit Mai 1999 in der Position des Stadtdirektors.

Er blieb Bochum auch nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben treu. Man sah ihn bei zahlreichen Veranstaltungen, insbesondere mit dem Bochumer Sport war er eng verbunden. Im November 2007 wurde er in den VfL-Aufsichtsrat berufen, im folgenden Jahr war er sogar übergangsweise für ein paar Monate als Vorstandsmitglied aktiv. Im Zuge der turbulenten Mitgliederversammlung 2010 hatte er seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat bekannt gegeben, blieb aber auch danach regelmäßiger Gast bei den Heimspielen des Vereins.

Norbert Busche: Institution im Bochumer Osten

Norbert Busche galt als eine politische Institution im Bochumer Osten - und das auch nach seinem Abschied aus der aktiven Kommunalpolitik 2014. Am morgigen Sonntag sollte Norbert Busche für seine 50-jährige Zugehörigkeit zur SPD geehrt werden.
Am 5. April 1946 in Haaren/Büren geboren, lebte er zusammen mit seiner Frau Rosemarie in Langendreerholz. Seit 1975 – und damit seit Einführung der Bezirksvertretungen – war Busche Mitglied der Bezirksvertretung Ost. 1984 übernahm er das Ehrenamt des Bezirksvorstehers, wie es seinerzeit noch hieß. So lange wie er hat kein Politiker im Land dieses Amt bekleidet. 30 Jahre lang setzte er sich für die Belange der Menschen in Langendreer, Laer und Werne ein.
Bereits 1984 führte er die regelmäßige Bürgersprechstunde ein, in den Jahren seiner Amtszeit galt sein Engagement dem Ausbau der Bürgerwoche Bochum-Ost, der Wohnumfeldverbesserung und der Einrichtung der Freizeitgebiete Ümminger See und Volkspark Langendreer. Auch für den Ausbau der Straßenbahn-Linie 310 machte er sich stark. Der „Runde Tisch gegen Rechts“ im Bochumer Osten geht ebenfalls auf seine Initiative zurück.
Bei den Kommunalwahlen im Mai 2014 trat Norbert Busche nicht erneut als Kandidat seiner Partei für die Bezirksvertretung Ost an. Seine Tochter Andrea trat in seine politischen Fußstapfen und 2014 auch seine Nachfolge als Bezirksbürgermeisterin an.
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