"One Billion Rising" am Sonntag: Tanzen sprengt Ketten

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"One Billion Rising" ist eine Graswurzel-Bewegung, doch Anja Buschmann, Ximena Leon und Dorothee Arts-Buschmann (v.l.) sind die drei "Köpfe" hinter der Bochumer Aktion morgen. (Foto: Foto: privat)
 
Bunt und fröhlich ging es im letzten Jahr bei "One Billion Rising" zu - so soll es morgen wieder sein. (Foto: Fotos: privat)

Drei Bochumerinnen organisieren die Aktion am Sonntag um 15.30 Uhr am Rathaus



Es ist eine Idee, die die ganze Welt verbindet - "One Billion Rising" heißt es pünktlich zum Valentinstag, 14. Februar: Um auf Gewalttaten gegen Frauen aufmerksam zu machen und um sich für Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen einzusetzen gehen Menschen von Gambia bis Hongkong, von Südafrika bis Pakistan auf die Straße. Allein 130 Städte in Deutschland sind dabei - auch Bochum. "Es ist keine Demonstration gegen etwas, sondern für etwas - und gerade das macht für mich das Besondere aus", macht Doro Arts-Buschmann deutlich. Sie ist eine der drei Bochumerinnen, die das Event organisieren.

Alles begann 2013 mit einem kleinen Handzettel, den Doro auf einem Samba-Festival in Bremen in die Hand bekam. So erfuhr die leidenschaftliche Samba-Trommlerin zum ersten Mal von der Aktion "One Billion Rising" - und wollte dabei sein. Allerdings: Bochum war zu dem Zeitpunkt noch ein "Weißer Fleck" auf der Weltkarte von "One Billion Rising". Das sollte sich ändern.

Drei Tage Vorbereitungszeit für die Premiere


Gemeinsam mit ihrer Frau Anja Buschmann und Ximena Leon sorgte Doro Arts-Buschmann dafür, dass "One Billion Rising" am Valentinstag 2013 seine Bochum-Premiere erlebte: Eine Vorbereitungszeit von drei Tagen musste reichen. "Und es hat geklappt", freut sich Doro, "Ximena ist ein sehr charismatischer Mensch, der Viele mitreißen kann. So kamen damals auf Anhieb rund 100 Leute zum Platz des europäischen Versprechens." Letztes Jahr, auf dem zentraler gelegenen Rathausvorplatz, zählte die Polizei offiziell bereits 350 Teilnehmer: "Wir sind gespannt, wie es am Sonntag wird. Es könnte schwieriger werden, weil es ein Sonntag ist und weniger Passanten unterwegs sind."
Los geht es, wieder auf dem Rathausvorplatz, um 15.30 Uhr. Eingeladen sind nicht nur Frauen, sondern auch Männer. "Jeder ist willkommen - Geschlecht, Herkunft, Orientierung, Religion und Alter spielen keine Rolle", macht die 58-Jährige deutlich. Gerade dieser bunte und improvisierte Charakter ist wichtig: "Jeder soll mitmachen können - auch, wer spontan vorbei kommt."
Zwar soll der Tanz 'Break the Chain', der weltweit im Mittelpunkt der Veranstaltung steht, auch in Bochum gemeinsam getanzt werden - aber die Choreographie kann jeder leicht erlernen. "Wir werden den Refrain morgen gemeinsam einstudieren, ansonsten kann jeder improvisieren", erläutert Doro Arts- Buschmann. Und sie setzt stark auf die Teilnehmer der letzten Jahre, die schon "One Billion Rising"-Erfahrungen haben: "Aber Hauptsache ist, dass das Ganze Spaß und Freude macht." Traditionell tragen die Teilnehmer bei der Aktion die Farben Pink und Rot - doch auch das ist kein "Muss", um mitzumachen: "Wir haben auch passenden Stoff dabei, den man sich um die Arme wickeln kann."

Flüchtlinge tanzen mit


Ximena Leon arbeitet in der Flüchtlingshilfe und hat mit einer Gruppe Geflüchteter - Männer genauso wie Frauen - den "Break the Chain"-Tanz einstudiert. Auch diese Gruppe wird am Sonntag dabei sein: "Das finde ich angesichts der Diskussionen nach den Silvester-Vorfällen besonders wichtig."

Jeder kann mitmachen


Die Lebensfreude und Energie, die das gemeinsame Trommeln und Tanzen ausdrücken, sind Doro Arts-Buschmann besonders wichtig. Ebenso der Aspekt der Gemeinsamkeit: "Mir war 2013 noch gar nicht klar, wie groß das Projekt 'One Billion Rising' überhaupt ist. Es ist schön, Teil einer so großen Bewegung zu sein und sich dafür stark zu machen, dass Frauen ihren Platz in der Welt bekommen."
Hintergrundinfos gibt es unter www.onebillionrising.org. "One Billion Rising" ist eine Graswurzel-Bewegung, doch Anja Buschmann, Ximena Leon und Dorothee Arts-Buschmann (v.l.) sind die drei "Köpfe" hinter der Bochumer Aktion morgen.
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