Wochenmärkte: Vollständige Privatisierung und BVZ-Standort zur Errichtung einer Markhalle prüfen.

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Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER" will weitgehende Lösung für die Märkte in der Kerninnenstadt.

"Für einige Bochumer ist es wahrscheinlich schon in Vergessenheit geraten, aber vor fast genau 15 Monaten hat der Rat der Stadt Bochum beschlossen, die Wochenmärkte im Stadtgebiet neu zu regeln und zu organisieren. Passiert ist dann vor allem lange erst mal nichts", erklärt Heike Kühn, für die Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER" als Vertreterin im Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung. "Weil sich die Verwaltung so viel Zeit gelassen hat, holperte das ganze Verfahren auch noch über die steinigen Wege von EU-Rechtsänderungen, die in der Zwischenzeit zur Geltung gekommen sind. Ursprünglich sollte sich der neue private Konzessionär, der für die Organisation der Wochenmärkte in Zukunft zuständig sein wird, auch um die Reinigung kümmern. Nun steht auch noch eine vorgeschriebene Reinigung durch den städtischen USB zur Debatte."

Kühn weiter: "Wir wollen da nun keine Rolle rückwärts machen. Es ist im Sinne aller Beteiligten, wenn der neue Organisator der Wochenmärkte auch die Reinigung selbst koordinieren kann, da hier Kostenersparnisse für die Gebühren der Markthändler realisiert werden können. Wir rufen dazu auf, diese Ersparnis am Ende auch an den Verbraucher weiterzugeben. Wichtig ist doch nur, dass am Ende alles ordentlich aussieht und nach dem Ende der Wochenmärkte auch zufriedenstellend gereinigt wird. Dazu kann man den privaten Veranstalter vertraglich verpflichten. Wenn wir ehrlich sind, wird er das alleine schon aus Eigeninteresse machen. Den Ruf, ein Schmutzfink zu sein, kann man sich in der Lebensmittelbranche doch gar nicht leisten."

"Die bisherigen zaghaften Anstrengungen reichen uns aber nicht. Die Wochenmärkte in bisheriger Form sind nicht nur aufgrund ihrer bisherigen bürgerunfreundlichen Zeiten und wegen ihrer tristen Organisation kümmerlich, sondern auch weil attraktive Markstandorte in der Vergangenheit einfach verbaut wurden. Insbesondere der versteckte innenstädtische Markt hinterm Bahnhof auf dem Buddenbergplatz passt vom Format her eher in eine Kleinstadt im Sauerland", so Kühn weiter. "Großstädte und Metropolen schlagen da europaweit mittlerweile einen ganz anderen Weg ein und bieten attraktive und einladende Markthallen als 'state of the art' an. Bochum darf sich hier als Großstadt in der Metropole Ruhr nicht weiter unter Wert verkaufen. In der Innenstadt werden bald einige Steine umgedreht und Flächen neu geordnet. So steht unter anderem der Abriss des maroden Bildungs- und Verwaltungszentrums im Raum. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, würde sich unserer Ansicht nach eine Gelegenheit ergeben, direkt über der unterirdischen Parkgarage eine Markhalle in offener Leichtbauweise zu prüfen."

"Vor über zehn Jahren hat unser damaliger Vertreter bereits angeregt, in Bochum eine Markthalle zu bauen. Wir freuen uns, wenn das Thema nun breitere Unterstützung erfährt. Aber es geht nicht darum, einfach was zu machen. Wenn man eine Markthalle auf den Weg bringt, muss der langfristige Standort auch Hand und Fuß haben. Einen Ort weit ab vom Schuss der Fußgängerzone irgendwo im Gleisdreieck zu nehmen, halten wir für eine Fehlplanung. Wir wollen, dass hauptsächlich die Kerninnenstadt geprüft wird, um die Verweilqualität im Zentrum zu stärken. Dazu müssen auch direkt die weltweit führenden Fachleute und Architekten mit ins Boot geholt werden, da die Verwaltung ja selbst noch gar keine Erfahrung in dem Thema hat. Auch die Suche nach einem Konzessionär der Markthalle sollte man dann neu anstoßen, um auch Betreiber mit Erfahrungen in der Thematik eine Chance zu geben", so Kühn abschließend.
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