USB-Azubis auf Spurensuche

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Patenschaften für das Projekt Stolpersteine

Direkt gegenüber dem Bochumer Rathaus betrieb Anfang des letzten Jahrhunderts das jüdische Ehepaar Franziska und Jakob Strauß ein Einzelhandelsgeschäft. Zum Gedenken an ihren Tod durch das NS Terrorregime wurden jetzt zwei Stolpersteine verlegt. Drei Auszubildende der USB Bochum GmbH haben sich als Stolperstein-Paten der Lebensgeschichte des Bochumer Ehepaars angenommen. Das Projekt Stolpersteine ist ein Erinnerungsprojekt des Künstlers Gunter Demnig. Seit fünf Jahren sind Stolperstein-Patenschaften ein festes Projekt während der Ausbildung bei der USB Bochum GmbH.

Eine Ausbildung bei der USB Bochum GmbH geht über die Vermittlung der fachlichen Lerninhalte hinaus. Junge Leute, die beispielsweise den Beruf der Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, des Berufskraftfahrers oder des Kfz-Mechatronikererlernen wollen, übernehmen in ihrer Lehrzeit bereits früh soziales Engagement. Die Berufsanfänger lernen im Rahmen von Sozialprojekten Eigenverantwortlichkeit und Selbstorganisation. Zu diesen Projekten zählen neben Aufstellung und Pflege der USB-Bücherschränke seit fünf Jahren auch die „Stolpersteine“. In kleinen Teams übernehmen die Azubis Patenschaften für das Erinnerungsprojekt.

Lara Alles, Burak Altimparak und Tobias Veidt haben sich dafür intensiv mit der Lebensgeschichte des jüdischen Ehepaars beschäftigt. Im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte werteten Sie Dokumente, Urkunden und Bilder aus, um mehr über Jakob und Franziska Strauß zu erfahren. Bei einer Feierstunde im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte brachten die drei jungen USB-Azubis, den Gästen das Schicksal des Ehepaars nahe.

Der letzte freiwillig gewählte Wohnort der Eheleute Strauß war an der Viktoriastraße 1. Weitere Wohnorte in Bochum ließen sich in den Judenhäusern an der Rottstraße und in der Rheinischen Straße nachweisen. 1942 erfolgte die Deportation mit unbekanntem Ziel. Seitdem gilt das Paar als verschollen und wurde später für tot erklärt.

Für die Auszubildenden war die Beschäftigung mit dem Schicksal der Vertriebenen und Ermordeten des Dritten Reiches eine bewegende Erfahrung. Dauerhaft werden die zwei Stolpersteine an der Viktoriastraße 1 nun an das Schicksal von Franziska und Jakob Strauß erinnern.
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