Bottroper Musikszene: Oliver Sittig und die elektronische Musik

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Oliver Sittig hat sich in den eigenen vier Wänden ein „kleines Studio“ eingerichtet. (Foto: Michael Kaprol)

Zufall. Ein Begriff, den Oliver Sittig gleich zwei Mal in den Mund nimmt, wenn er von seiner Vorliebe für elektronische Musik erzählt. Etwa vier Jahre ist es her, dass sich der gebürtige Sachse dieser musikalischen Richtung verschrieben hat. Bis dahin hatte er in einer Metalband gespielt. Doch dies sei ihm irgendwann zu stupide, zu langweilig geworden.

Und wie es der Zufall so will, fielen dem heute 28-Jährigen damals wieder seine alten, seine ersten CD‘s in die Hände. Die mit der elektronischen Musik drauf. „Ich hatte zu diesem Zeitpunkt mittlerweile durch die Arbeit mit der Band im Studio und in der Produktion ein Gehör für die Klänge und Klangvielfalt entwickelt“, erinnert sich der Hobbymusiker. Musiker? Bei dieser Bezeichnung ist sich Oliver Sittig selbst allerdings gar nicht so sicher. „Naja“, sagt er augenzwinkernd, „als solcher würde ich mich eigentlich nicht bezeichnen. Eher als Klangfetischist.“

Samples anhören, in Teile zerlegen, rückwärts abspielen, verfremden, überspielen. So lange bis es der eigenen Vorstellung entspricht und den persönlichen Geschmack trifft. „Zu 95 Prozent sind meine Stücke Zufallsprodukte“, weiß Oliver Sittig, der in der elektronischen Musikszene unter dem Namen „Skulltum“ bekannt ist. Ein Begriff, der dem Neu-Bottroper in den Sinn kam, als er vor einiger Zeit mitten in der Nacht durch seinen Heimatort Löbau zu einer Diskothek lief. „Ich wollte einen coolen Namen haben“, lächelt er.

Das englische Wort „skull“ bedeutet übersetzt Totenkopf, die angehängte Silbe „tum“ sei in Anlehnung an die Begriffe Christentum und Judentum ein Sinnbild für Religion. „Ich habe mich früher viel mit Religion beschäftigt“, erklärt der 28-Jährige. In seinen Musikstücken greift Oliver Sittig derweil auf alles zurück, was ihn in seinem Leben beeinflusst. Produziert werden die Songs von ihm komplett selbst. Während er früher noch den halben Tag mit seiner Ausrüstung am PC und einer kleinen Klaviatur verbrachte, sind es mittlerweile „nur“ noch ein bis zwei Stunden pro Tag, die der Familienvater mit seinem musikalischen Hobby verbringt.

Bis der gebürtige Sachse seine elektronischen Stücke fertig hat, können einige Tage vergehen, manchmal gar ein Monat. „Es gibt Stücke, wo ich mir den Kopf zerbreche und erstmal nicht genau weiß, wie es weitergeht.“ Und zwar bis zu dem Moment, in dem ihm die richtige Mischung der Klänge gelingt – per Zufall versteht sich.


Oliver Sittig sucht für ein musikalisches Projekt einen Sänger oder eine Sängerin. Mehr Informationen zu Skulltum gibt es hier.


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