„Der wahre Wert Eurer Arbeit“ - AWO-Projekt untersucht die Relevanz der Förderung in KiTas

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Möchten öffentlich belegen können, „wie wichtig die Arbeit der Kollegen ist“: (v. l.)Gabriele Müller-Pozorski, Gudrun Wischnewski, AWO Geschäftsführerin, und Projektleiterin Iris Wischermann, Trainerin für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung.

Wieviel Geld ist pädagogische Arbeit wert? Und ist die Förderung der Kinder in KiTas eigentlich messbar?

Diese Fragen beschäftigen Eltern wie auch Erzieher und Pädagogen nicht erst seit der Gehaltsdebatte im letzten Jahr, war aber für den AWO Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop Grund genug genauer hinzuschauen und ab dem Jahr 2014 die Entwicklung der Kinder in den sieben Bottropern AWO-KiTAs mithilfe eines dreijährigen Projektes in Zahlen zu fassen und auszuwerten.
„Denn ja, es ist tatsächlich so. Förderung ist messbar,“ erklärt Gudrun Wischnewski, AWO Geschäftsführerin, hinsichtlich des laufenden Projektes.
Um sich einen möglichst objektiven Überblick zu verschaffen, haben sich die Initiatoren der AWO im Jahr 2014 dazu entschlossen, eine allgemeine Datenerfassung aller AWO-KiTas in der Stadt durchführen zu lassen.
„Eine ähnliche Erfassung und Auswertung solcher Daten hat es unserer Kenntnis nach NRW-weit noch nicht gegeben“, so Gudrun Wischnewski. „Uns soll sie dabei helfen, zu belegen, wie wertvoll die Arbeit der Kollegen ist.“
Der individuelle Entwicklungsstatus eines jeden Kindes wird vom ersten Kindergartentag an dokumentiert und in Beobachtungsbögen, „Gelsenkirchener Entwicklungsbegleiter“ genannt, festgehalten.

Entwicklung von 120 Kindern untersucht

Dieses Dokument dient unter anderem als Grundlage zur späteren Wahl der Einschulung und gibt anhand von 212 einzelnen Beobachtungen Aufschluss über die fünf relevantesten Indikatoren: Sprachentwicklung, Fein- sowie Grobmotorik, Sozialkompetenz und die Erfassung kognitiver Fähigkeiten. Mittels dieser Aufzeichnungen hat die wissenschaftliche Projektleiterin Iris Wischermann die Entwicklung von 120 Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren untersucht. „Die Analyse der Datenerfassung ist natürlich nicht empirisch repräsentativ, sie lässt jedoch klar relevante Tendenzen erkennen,“ so Iris Wischermann.

Die bisherige Auswertung räumt zumindest im Bereich Sozialkompetenz schon mal mit einer längst veralteten Überzeugung auf: Eine frühe Trennung der Mutter und Besuch der KiTa unter 2 Jahren wirke sich negativ auf die Entwicklung des Kindes aus. Denn das Gegenteil ist der Fall: Je länger Kinder - auch diejenigen unter einem Lebensjahr - eine KiTa besuchen, desto häufiger sind sie einer altersgemäßen Entwicklung voraus.
Ergo: KiTa-Kids laufen meist früher und sprechen oftmals eher und mehr als Gleichaltrige, die keine KiTa besucht haben.
Bei Abschluss des Projektes 2016 ist dann eine detaillierte Auswertung zu erwarten.

Prognose: Ja, pädagogische Arbeit fördert die Kinder während ihrer KiTa-Zeit tatsächlich, die Mitarbeiter in den Einrichtungen leisten einen wertvollen Beitrag zu ihrer Entwicklung.
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