Erleuchtung im Nebel: Ernst-Barlach-Gymnasium will klimaneutrale Schule werden

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Stoßlüften sorgt dafür, dass der Nebel rasch aus dem Klassenzimmer abzieht.

Es war zwar Nebel und kein Rauch, mit dem Jörg Ackermann den Klassenraum des Differenzierungskurses Biologie füllte, aber man könnte das Bild vom Geld und der Energie, die durch den Schornstein geblasen werden, bemühen. Denn mit seinem Versuch wollte der Ingenieur der Gertec GmbH den Schülern des Ernst-Barlach-Gymnasiums (EBG) zeigen, dass Stoßlüften nicht nur für gute Luft sorgt, sondern auch Klima und Geldbeutel schont.

Mit dem Experiment startete das Projekt „Perspektivschule“, das das EBG gemeinsam mit dem EUV und der Gertec GmbH umsetzt und das durch den Energiefonds finanziert wird. Ziel ist es, aus dem Gymnasium Castrop-Rauxels erste klimaneutrale Schule zu machen.
Dazu gilt es, einiges zu tun, denn wie Ackermann die Neuntklässler ausrechnen ließ, produziert das EBG zurzeit 326.000 Kilogramm Kohlendioxid pro Jahr. „Wenn wir das halbieren, sind wir ziemlich gut“, so der Ingenieur.
Die Schüler können dazu beitragen, die Produktion des Stoffes, der die Erderwärmung fördert, zu verringern, indem sie ihr Verhalten ändern. Wie das unter anderem geht, demonstrierte Ackermann, indem er den Klassenraum mit Hilfe einer Nebelmaschine einnebelte, bis die Schüler die Sitzbänke vor sich nicht mehr sehen konnten.

Energiesparen und Klimaschutz

Dann ließ er einige Schüler die Fenster auf Kipp stellen. Doch auch nach mehr als fünf Minuten hatte sich kaum Nebel aus dem Raum verflüchtigt. Ganz anders, als Ackermann die Schüler bat, die Fenster stattdessen komplett zu öffnen. Durch das Stoßlüften war das Klassenzimmer schon nach drei Minuten wieder fast nebelfrei. „Das spart Energie ein und schützt das Klima“, warb er fürs regelmäßige Stoßlüften zwischen den Schulstunden.
„Da müssen wir auch besser drauf achten, dass die Fenster nicht immer auf Kipp stehen“, räumte Lehrerin Ines Grebien im Namen ihrer Kollegen ein.
Und nicht zuletzt würden sich die Verhaltensänderungen der Schüler und Lehrer auch finanziell bemerkbar machen, denn wie Jörg Ackermann verriet, schlagen die Kosten für Wärme und Strom am EBG aktuell mit 100.000 Euro pro Jahr zu Buche. 60.000 Euro fallen für die Heizung an und 40.000 Euro für den Strom.

2017 geht es weiter

Dem Experiment mit der Nebelmaschine sollen im kommenden Frühjahr Projekttage, die das ganze Spektrum des Umwelt- und Klimaschutzes umfassen, folgen.
Zusätzlich soll auch die bauliche und technische Seite des EBG nicht außer acht gelassen werden, denn die Essener Gertec GmbH, die auf kommunalen Klimaschutz spezialisiert ist, hat ein Gebäudegutachten gemacht, um Einsparpotentiale zu finden. Diese wurden zum Beispiel beim Flachdach, das 2017 in Teilen saniert werden soll, und bei der Beleuchtung in den Klassenzimmern, die 2018 auf LED umgestellt werden soll, entdeckt.
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