Kein Platz im Bus für Mutter und Baby

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Sie hatte ihren in Castrop-Rauxel lebenden Vater besucht. Anschließend wollte die 41-Jährige gemeinsam mit ihrem acht Monate alten Sohn mit dem Bus zurück nach Bochum fahren. Doch gleich zwei Busfahrer nahmen die beiden nicht mit.

Horst Trzebiatowski, Vater der 41-Jährigen, schildert die Situation gegenüber dem Stadtanzeiger wie folgt: Am Montag (8. Januar) habe seine Tochter an der Habinghorster Straße auf den 482er gewartet. Ihr Kind lag im Kinderwagen. Um 15.21 Uhr kam der Bus, "doch der Busfahrer nahm sie wegen Überfüllung nicht mit. In der Mitte des Busses ist ja extra Platz für Kinderwagen und Co. Doch dieser Platz war von Schülern zugestellt." 20 Minuten standen Mutter und Kind in der Kälte. Der nächste Bus kam, doch auch hier durften die beiden "wegen Überfüllung" nicht mitfahren. Seine Tochter habe sich dann ein Taxi genommen und 35 Euro für die Fahrt gezahlt. 

DSW21 bestätigt "Überfüllungsproblem"

Der Stadtanzeiger fragte beim zuständigen Verkehrsbetrieb DSW21 nach. Pressesprecherin Britta Heydenbluth bestätigt ein "Überfüllungsproblem".
Seit Kurzem stelle man im genannten Bereich fest, dass die Busse montags, mittwochs und donnerstags nachmittags sehr voll seien. "Der Grund ist, dass hier wohl an mehreren Schulen der Unterricht bis nach 15 Uhr geht. Dann fahren aber keine E-Wagen mehr", so Heydenbluth.

Die von unserem Leser geschilderte Überfüllung sei am Montag (8. Januar) auch von den Busfahrern gemeldet worden. "Dass die Kundin zwei Mal nicht mitfahren konnte, tut uns sehr leid. Wenn der Bus jedoch so voll ist, dass keiner mehr mitgenommen werden kann, sind dem Fahrer die Hände gebunden. Er hat nur eine Möglichkeit: Wenn er meint, dass mit Zusammenrücken noch Platz geschaffen werden kann, kann er eine entsprechende Durchsage machen." Dies sei jedoch im vorliegenden Fall "wohl nicht möglich" gewesen.
Generell gelte: Ein Fahrradfahrer, der sich auf der Mehrzweckfläche befinde, müsse aussteigen, wenn ein Fahrgast mit Kinderwagen, Rollator oder ein Rollstuhlfahrer einsteigen wolle. Ansonsten heiße es: "Wer einmal im Fahrzeug ist, ist im Fahrzeug." Für die Busfahrer sei dies keine schöne Situation – aber sie könnten "ja auch nicht einfach ein paar Schüler aus dem Bus werfen."

DSW21 kündigt an, sich die Situation "vor Ort anzuschauen beziehungsweise eine Fahrgastzählung durchzuführen, um gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einleiten zu können."
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