Notfallkarte rettet Leben: Seniorenbeirat gibt Neuauflage heraus

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Vertreter des Seniorenbeirates, des Bereich Soziales, des Rettungsdienstes und der Sparkasse werben für die Notfallkarte. (Foto: Stadt Castrop-Rauxel)

Welche Medikamente nimmt jemand? Wer ist der Hausarzt? Fragen wie diese, die bei einem Notfall lebenswichtig sein können, beantwortet die Notfallkarte. 2011 hat der Seniorenbeirat sie zum ersten Mal herausgegeben und legt jetzt mit einer Neuauflage in Höhe von 10.000 Karten nach.

Auf Initiative von Hubert Schepokat, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Seniorenbeirates, führte der Beirat die Notfallkarte ein, nachdem Schepokat von solch einer Karte in Neuss gehört hatte. 16.000 Stück wurden seitdem in Castrop-Rauxel verteilt.
"Sie ist für alle Personen geeignet, denn es kann auch jungen Leuten etwas passieren", betont Schepokat, dass die Karte nicht für Senioren sinnvoll ist. "Kann jemand nach einem Unfall nicht sprechen, spricht stattdessen die Karte." Vorerkrankungen, regelmäßig einzunehmende Medikamente, Allergien, Blutgruppe und Informationen vom Herzschrittmacher bis zur HIV-Infektion werden darin vermerkt, damit Ersthelfer und Rettungsdienst für eine erste Versorgung sofort die notwendigen medizinischen Daten parat haben.
Wie wichtig die Karte sein kann, wurde Schepokat vor einigen Jahren durch den Tod einer Nachbarin "buchstäblich vor Augen geführt". Hätte es damals schon eine Notfallkarte gegeben, hätte der Rettungsdienst ihr das richtige Medikament geben können, ist er überzeugt.

"Nach einem Jahr zwei Leben gerettet"

Feuerwehr und Rettungsdienst befürworten und unterstützen die Notfallkarte. "Ein Jahr nach ihrer Einführung sagte uns der Leiter des Rettungsdienstes, dass durch die Karte zwei Leben gerettet werden konnten", erzählt Schepokat.
Der Seniorenbeirat empfiehlt, zwei Karten auszufüllen und eine immer bei sich zu tragen, während man die andere neben der Wohnungstür befestigen solle.
Die Verteilung der Notfallkarten, für deren Druckkosten die Sparkasse Vest Recklinghausen aufgekommen ist, wurde heute (7. Juni) gestartet. In den kommenden zwei Monaten werden Vertreter des Seniorenbeirats sie in Arztpraxen, Apotheken, Kliniken, Pflegeheimen und bei den Sparkassen auslegen. Dazu gibt es Infoblätter auf Deutsch und in weiteren Sprachen, in denen erläutert wird, wie man die Karte ausfüllen sollte.
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