Wo ist 78-Jähriger?

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Karl-Heinz D. wird seit Dienstagmorgen vermisst. Quelle: Polizei

Die Suche der Polizei nach dem seit Dienstagmorgen (10. Januar) vermissten 78-jährigen Karl-Heinz D. hat bei Stadtanzeiger-Leser Peter Lotz aus Rauxel einige Fragen aufgeworfen.

"Wir wohnen an der Victorstraße in Rauxel und sind am Dienstag gegen 21 Uhr durch blinkendes Blaulicht von zwei langsam fahrenden Streifenwagen auf die Suchaktion aufmerksam geworden. Zwei Polizeibeamte, eine Zivilperson und ein Suchhund kamen über die ,Hundewiese', suchten mit Taschenlampen den Boden ab.

Hubschrauber und Hund

Sie kamen dann über den Bürgersteig und suchten weiter in Richtung Westring. Etwas später sahen und hörten wir auch einen Hubschrauber, der mit Suchscheinwerfern sehr tief über dem Waldgebiet flog. Ich fragte bei Nachbarn nach, doch niemand wusste, wen oder was die Polizei suchte.
Ein Aufruf (zum Beispiel mittels Lautsprecher) an die Bevölkerung hätte sicher viele Menschen dazu veranlasst, die Suche zu unterstützen. Da im Wäldchen hinter dem Waldfriedhof viele Leute mit ihrem Hund ,Gassi' gehen, wäre somit ohne großen Aufwand ein viel größeres Gebiet in kurzer Zeit abgesucht worden.
Auch Durchsagen im Radio hätten sicherlich mehr Leute aufmerksam werden lassen.
Vielleicht wäre es in Zukunft auch sinnvoll, die Bevölkerung über die 'Neuen Medien' frühzeitig zur Mithilfe aufzufordern.
Da ein Mensch, nur mit einem Schlafanzug bekleidet, bei diesen Temperaturen so schnell wie möglich gefunden werden muss, sollte die Polizei doch eigentlich alle Mittel ausschöpfen!", meint Peter Lotz.

Letztes Mittel

Eine Öffentlichkeitsfahndung sei das letzte Mittel, um nach einem Menschen zu suchen, erklärt Polizeisprecher Michael Franz auf Stadtanzeiger-Nachfrage. Das Gesetz schreibe vor, dass zunächst alle anderen Maßnahmen und Ansatzpunkte, die zur Klärung beitragen können, abgearbeitet worden seien müssten. So sei es auch im vorliegenden Fall gewesen. Für eine Suche unter Mitwirkung der Öffentlichkeit bedürfe es zudem der Zustimmung der Familie des Vermissten.
Komme es dazu, setze die Polizei auch auf soziale Netzwerke wie Facebook. "Damit erreichen wir neue Zielgruppen, insbesondere junge Menschen", betont Franz.

Hinweise

Laut Polizeiangaben wird der 78-jährige Karl-Heinz D. seit Dienstagmorgen vermisst. Seine Ehefrau sah ihn zuletzt gegen 5 Uhr in der gemeinsamen Wohnung in der Leostraße. Karl-Heinz D. ist 175 cm groß und schlank, hat graue Haare und war mit einem froschgrünen Schlafanzug mit kariertem Oberteil bekleidet. Trotz umfänglicher Suche, auch unter Einsatz eines Suchhundes und eines Polizeihubschraubers, hatten sich bis zum Redaktionsschluss des Stadtanzeigers am Freitag (13. Januar) keine Hinweise ergeben, wo sich der 78-Jährige aufhält oder aufgehalten hat.
Nach Zeugenhinweisen könnte er am Dienstag, gegen 14 Uhr, im Bereich des Hallenbades in der Nähe eines Wäldchens gesehen worden sein.
Hinweise zum vermissten Karl-Heinz D. erbittet das Regionalkommissariat unter Tel. 0800/2361111.

Generell, so erläuterte Michael Franz, sei es immer schwierig, zu klären, ob es sich um einen wirklichen Vermisstenfall handele oder ob sich ein Erwachsener dafür entschieden hätte, kurzfristig aus seinem gewohnten Lebensbereich auszubrechen.
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2 Kommentare
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holger durrey aus Castrop-Rauxel | 13.01.2017 | 18:09  
Nina Möhlmeier aus Castrop-Rauxel | 16.01.2017 | 09:52  
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