Bladenhorster Straße: „Falscher“ Kanal wird erneuert

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Zwischen Messenkamp und Herner Straße wird ab Januar 2015 der Kanal an der Bladenhorster Straße ausgetauscht, nicht aber der Kanal nördlich des Messenkamps. (Foto: Thiele)

„Erst habe ich mich gefreut, dass der Kanal an der Bladenhorster Straße erneuert wird“, meldete sich Martina Barg auf unseren Artikel "Dreivierteljahr Baustelle". Doch dann stellte sie fest, dass die „falsche Hälfte“ saniert wird, nämlich zwischen Herner Straße und Messenkamp. Sie wohnt nördlich des Messenkamps und sieht dort viel größeren Handlungsbedarf. Denn mehrmals im Jahr läuft bei stärkerem Regen ihr Keller voll.

Seit 1995 lebt Barg an der Bladenhorster Straße, und nachdem einige Jahre später das Neubaugebiet Messenkamp fertiggestellt worden sei, seien die Überschwemmungen zum ersten Mal aufgetreten. „Es geht nicht darum, dass Wasser in unser Haus fließt, sondern unser Regenwasser kann nicht in die Kanalisation abfließen.“
Barg macht zwei Ursachen dafür verantwortlich und wandte sich damit auch direkt an den EUV. Zum einen werde ihrer Meinung nach das Wasser vom Messenkamp ebenfalls in den Kanal an der Bladenhorster Straße geleitet. Dadurch gebe es einen hohen Durchfluss an Wasser in dem Kanal, der damit schon angefüllt sei.
Dieser Darstellung widerspricht EUV-Chef Michael Werner: „Zwischen den Überschwemmungen im Keller und dem Kanal des Messenkamps gibt es keinen Zusammenhang.“ Denn der Kanal des Wohngebiets sei an den unteren Bereich des Kanals an der Bladenhorster Straße angeschlossen, nicht aber an den nördlichen Abschnitt, in dem Martina Barg wohne.
Zudem wurde „bei der Bebauung des Messenkamps eine unterirdische Regenrückhaltung innerhalb des Kanalnetzes eingebaut (...), die das Regenwasser aus dem Erschließungsgebiet erst zeitverzögert und gedrosselt abfließen lässt“, heißt es in einem Schreiben des EUV an Martina Barg.
Der Anwohnerin bereitet zum anderen die abschüssige Lage der Bladenhorster Straße Sorge. Sie geht davon aus, dass sich die Durchflussgeschwindigkeit des Wassers in dem Kanal noch weiter erhöht, wenn dieser zwischen Herner Straße und Messenkamp in etwa einem Dreivierteljahr erneuert worden sein wird. Barg befürchtet, dass sie, da sie „im Tal“ wohne, mit einem größeren Rückstau ihres Regenwassers als bisher rechnen müsse.
Auch diese Vermutung verneint Werner. „Der Kanal aus Richtung Herner Straße knickt auf der Höhe Messenkamp links in einen Vorfluter in Richtung Schlenkestraße ab.“ Das Wasser, das von der Herner Straße komme, fließe also nicht bei Martina Barg vorbei.
Der nördliche Kanalabschnitt an der Bladenhorster Straße sei von 1991 und weise keine Schäden auf, so Werner. Nachdem sich Martina Barg an den EUV gewandt habe, habe man die Videos der letzten Befahrung des Kanals noch einmal überprüft.
Man empfehle der Anwohnerin, ihre privaten Anschlussleitungen untersuchen und sich bei Bedarf beim EUV beraten zu lassen, sagt Werner.
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