Die Krippe muss weg!

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"Siegi", sieben Jahre alt, und seine Schwester Mia (11) sind zum zweiten Mal beim Abbau der Krippe in der Frohlinder Schutzengel-Gemeinde dabei. "Das macht Spaß", sagen die beiden Kinder, und räumen die Schafe weg.

Gerade noch hat er einem kleinen Kind am Altar die Taufe gespendet, jetzt langt Diakon Josef Wefringhaus ein paar Meter weiter kräftig zu. Die Krippe muss weg.

Josef gehört zu der rund zwölfköpfigen Gruppe, die knapp sechs Wochen nach dem Aufbau die prächtige Natur- und Figurenlandschaft, die Jesu Geburt darstellt, wieder abräumen. Traditionell geschieht das in Frohlinde erst kurz vor dem 2. Februar, dem Tag "Mariä Lichtmess".

Im Glockenturm

Jeder Handgriff sitzt. Mia (11) und ihr Bruder "Siegi" (7), Claudia und Friedbert, Willi und Herbert, Siegfried und Josef, Markus und Meinolf: Alle wissen, was zu tun ist. Die Krippenfiguren finden Platz in einem Raum im benachbarten Pfarrhaus, die hölzernen Elemente der Krippenlandschaft lagern die kommenden rund elf Monate im Glockenturm. Sie müssen durch die Sakristei über eine steile Treppe aus Holz und Metall nach oben gewuchtet werden. Kein leichtes Unterfangen.
Währenddessen werden im Chorraum die Tannenbäume von den Lichterketten befreit, die Bäume nach draußen geschleppt. Sie haben ausgedient.
Blumen, Gräser und Moos, Verkleidungen aus Korkeiche, Reisigbündel, Steine und Beleuchtung werden in bereitstehende Kisten gepackt, der Brunnen und die Dekotücher weggeräumt. Ebenso wie das so genannte Felsenpapier, das Josef Wefringhaus im Wallfahrtsort Kevelaer besorgt hat. Es sieht ein bisschen aus wie kunstvoll angesprühtes Packpapier. Gibt aber der Geburtsgrotte ein ganz besonderes Aussehen.
Denn anders als noch bis vor drei Jahren wird das Jesuskind in der Frohlinder Krippe, die 1956 in Ostwestfalen geschaffen wurde, nicht mehr in einem Stall, sondern in einer Höhle oder Grotte geboren. Josef Wefringhaus: "Dazu haben wir uns entschieden nach Erzählungen einer Reisegruppe, die das Heilige Land besucht hat."
Nach gut eineinhalb Stunden ist der Krippenabbau komplett erledigt. Rund eine Stunde braucht vor Weihnachten allein die Errichtung des "Rohbaus". Auch dann werden die Helfer wieder gemeinsam zur Stelle sein.
Nur einer arbeitet anschließend alleine: Josef Wefringhaus zaubert dann die Krippenlandschaft. Mit Hölzern, Korkeiche, Blumen, Gräser, Moos und Steinen. "Das kann ich auch nur alleine," beschreibt er den schöpferischen Prozess.
Die Stunden für diese Fleißarbeit zählt er schon längst nicht mehr...
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