Falscher Ernst - ein Kommentar

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Das erschütterndste Ereignis der vergangenen Woche war unzweifelhaft der Mordanschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in Paris: Zwölf Menschen – darunter die vier wichtigsten Zeichner des Blattes – wurden von mutmaßlich islamistischen Terroristen erschossen, weil sie mit ihren Karikaturen auch den Islam und den Propheten Mohammed nicht verschonten.

Der überspitzte Humor mit seinen zum Teil schmerzhaften Pointen, der das Wesen der Satire ausmacht, ist Teil eines unserer wichtigsten Grundsätze: der Meinungsfreiheit. Der Anschlag trifft den Kern unserer Gesellschaft, unsere Freiheit.

Die Solidarität, mit der die Menschen in Europa und weltweit auf die Anschläge reagiert haben, zeigt, dass die Terroristen ihr wichtigstes Ziel verfehlt haben, nämlich unseren Glauben an die Meinungsfreiheit. Die Karikaturen von „Charlie Hebdo“ oder auch deutschen Satirezeitschriften wie der „Titanic“ treffen gerade religiöse Fanatiker, Rechtsradikale und andere Extremisten an ihrer empfindlichsten Stelle: Sie entlarven deren falschen Ernst und ihre Humorlosigkeit.

Und auch vom kleinen, beschaulichen Castrop-Rauxel aus bleibt mir nur übrig, mich Deniz Yücel von der taz anzuschließen: „Ich verneige mich.“
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