"Flüchtlingsdorf" auf Graf Schwerin? Bezirksregierung prüft

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Ein Platz für Flüchtlinge? Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Graf Schwerin zwischen Landmarke an der Dortmunder Straße und dem Sportplatz von Blau-Gelb Schwerin (links im Hintergrund) am Grafweg könnte eine Notunterkunft aus Leichtbauhallen entstehen. Die zuständige Bezirksregierung und die Ruhrkohle AG prüfen das Areal auf seine Tauglichkeit. (Foto: Thiele)

Die Bezirksregierung Münster prüft die Errichtung einer Notunterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Graf Schwerin.

Das bestätigte die Pressesprecherin der für die Beschaffung von Notunterkünften zuständigen Bezirksregierung, Sigrun Rittrich, am Dienstag (8. September) im Gespräch mit dem Stadtanzeiger.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass der Bergbaukonzern Ruhrkohle AG (RAG) dem Land NRW geeignete RAG-Flächen für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen will.

Zu diesen Flächen, bestätigte die Sprecherin des Regierungsbezirks Münster, gehöre auch das Gelände, das die RAG Montan Immobilien GmbH seit 2010 als 5,6 Hektar großen „Gewerbepark Graf Schwerin 1/2“ zu vermarkten versucht.

„Beide Seiten, Ruhrkohle und Münster, prüfen den Angaben zufolge derzeit, ob das Gelände geeignet ist.“ Dabei gehe es vor allem um Erschließungsfragen wie die Versorgung etwa mit Strom und Wasser sowie um die Kanalisation. Auch Fragen der Fluchtwege und nach einem möglichen Ausweichquartier bei heftigem Sturm seien zu berücksichtigen. Beabsichtigt sei nämlich zunächst die Errichtung so genannter Leichtbauhallen. Daher werde die Prüfung noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, hieß es aus Münster. Wie viele Flüchtlinge auf dem Gelände von Graf Schwerin eine vorübergehende Bleibe finden könnten, müsse die Prüfung ergeben.

Angesichts des anhaltenden starken Zustroms von Flüchtlingen seien vorrangig Gelände gefragt, auf denen rasch Notunterkünfte in Betrieb gehen könnten. Grundsätzlich suche die Bezirksregierung zunächst nach leer stehenden Gebäuden, die genutzt werden können.

Das gilt etwa für ein ehemaliges Schulungsgebäude in Recklinghausen. Landesweit prüft die Ruhrkohle 17 Standorte aus ihrem Besitz.

„Einen direkten Kontakt zwischen Ruhrkohle und Stadtverwaltung gibt es nicht“, hatte am Montag (7. September) Sozialdezernent Michael Eckhardt gesagt. Das laufe über die zuständige Bezirksregierung. Auf die Errichtung einer Landesunterkunft zur Erstaufnahme von Flüchtlingen habe die Stadt keinen Einfluss.

„Mit den Kommunen gibt es eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit“, beschrieb die Sprecherin des Regierungsbezirkes Münster das Verhältnis zwischen den verschiedenen Akteuren. Die Städte seien stets bereit zu helfen.
Für die Stadt Castrop-Rauxel rückt laut Sozialdezernent Eckhardt – unabhängig von den Überlegungen für Notunterkünfte auf Landesebene – insbesondere nach dem Massenzustrom von Flüchtlingen nach Deutschland am vergangenen Wochenende – verstärkt die Herrichtung der Turnhalle in Dingen sowie des ehemaligen Gebäudes des Jugendzentrums D-Town in Deininghausen in den Blick.

Eckhardt: „Das Immobilienmanagement ermittelt jetzt genau, was zur Herrichtung dieser Gebäude nötig ist. Die Harkortschule ist inzwischen überbelegt. Nur an der Vördestraße gibt es noch Plätze. Natürlich ist eine Turnhalle nie eine gute Lösung. Aber wir müssen uns wappnen, weitere Flüchtlinge aufzunehmen.“
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