Kampf gegen Motocross-Anlage führte zur Gründung der FWI

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Das aktuelle Team der FWI (v.l.): Annette Korte, Günter Beyer, Harald Piehl (erster Vorsitzender), Petra Bothe, Christel Sperz (stellvertretende Vorsitzende), Rolf Wöhlke, Hildegard Krusch, Manfred Postel (Fraktionsvorsitzender), Martin Rednoß und Karl-Heinz Kampe. Foto: privat (Foto: privat)

„Es hat sich gelohnt, die FWI zu gründen“, blickt der Fraktionsvorsitzende Manfred Postel auf die vergangenen 25 Jahre zurück. Ihr Jubiläum feiert die Freie Wähler Initiative heute (26. April) ab 18 Uhr mit allen Mitgliedern und Freunden im Kulturzentrum Agora.

Hervorgegangen sei die FWI aus mehreren Bürgerinitiativen, erinnert sich Manfred Postel, der zu den 41 Gründungsmitgliedern gehört. Die Initiativen protestierten 1988 gegen Vorhaben, wie die Errichtung einer Motocross-Anlage sowie einer Sondermüllverbrennungsanlage in Ickern. Doch trotz Unterschriftensammlung und weiterer Aktionen habe die Politik damals nicht reagiert, so Postel. „Deshalb haben wir uns überlegt, dass wir selbst auf die politische Bühne gehen müssen.“
So entstand am 23. April 1989 die Freie Wähler Initiative, die bei der Kommunalwahl im Herbst desselben Jahres mehr als zehn Prozent der Stimmen holte. „Die SPD verlor damit ihre absolute Mehrheit“, weiß Postel. Seitdem war die Wählergemeinschaft stets im Rat der Stadt vertreten. Aus den 41 Gründungsmitgliedern sind bis heute über 100 Mitglieder geworden. Zunächst führte Winfried Rabe als erster Vorsitzender die Geschicke der FWI, von 1999 bis 2013 Hermann-Josef Bohle, und nach dessen Tod übernahm Harald Piehl das Amt.
Der Kampf der FWI sowohl gegen die Motocross-Anlage als auch die Sondermüllverbrennungsanlage habe Jahre gedauert, so Postel, „aber letztlich wurde nichts realisiert. Das war einer unserer größten Erfolge.“
1999 musste die Stadt nach einem vor dem Verwaltungsgericht geschlossenen Vergleich zehn Millionen Mark an Abwassergebühren an die Bürger zurückzahlen. Dies bezeichnet Postel als einen weiteren Erfolg der Wählergemeinschaft. „Denn ab 1993 hatten wir die Stadt verklagt, weil die Gebühren in den Haushalt flossen statt in das Kanalnetz“, erläutert er. Vor dem Hintergrund dieser Klage sei 1995 auf Antrag der FWI zudem der Eigenbetrieb (später EUV) entstanden, so der Fraktionsvorsitzende.
Ein schulpolitisches Projekt, das der FWI am Herzen lag, sei die Grundsteinlegung der Johannes-Rau-Realschule 1999/2000 gewesen. „Wir hatten schon seit 1993 die Errichtung einer zweiten Realschule in Castrop-Rauxel gefordert“, so Postel.
Später setzte sich die Wählergemeinschaft für den Erhalt der Fridtjof-Nansen-Schule ein. „Die Aktion ,Rettet die FNR‘ Mitte 2012 war eine Idee der FWI“, erklärt der Fraktionsvorsitzende und bezeichnet den Bürgerentscheid als Riesenerfolg.
Für die Zukunft hat sich die FWI vorgenommen, die Bürger zu entlasten. „Denn man kann nicht die ganze Finanzmisere auf sie abwälzen“, so Postel. Ein wichtiger Punkt sei es daher, dafür zu sorgen, dass die geplante Grundsteuererhöhung auf 825 Punkte ab 2016 nicht durchgesetzt werde. „Außerdem müssen beim Kommunalabgabengesetz für die Anlieger sozialverträgliche Regelungen gefunden werden“, sagt Postel mit Blick auf die Straßen, die in den kommenden Jahren instand gesetzt werden sollen.

Jubiläumsfeier

- Ihr 25-jährigen Jubiläum feiert die FWI heute (26. April) ab 18 Uhr im Kulturzentrum Agora, Zechenstraße 2a.
- Die Begrüßungsrede hält der erste Vorsitzende der FWI, Harald Piehl.
- Vortrag von Dr. Thomas Krämerkämper (BUND) über „25 Jahre Umweltpolitik in Castrop-Rauxel und in der Region“.
- Der Fraktionsvorsitzende Manfred Postel blickt auf 25 Jahre FWI zurück.
- Livemusik von „Reflection“, der Band der Fridtjof-Nansen-Realschule.
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