Reicht das Pflegepersonal noch?

Anzeige
"Wir haben 155 Ausbildungsplätze", sagt EvK-Verwaltungsdirektor Wilfried Diekmann. (Foto: Archiv)

Die beiden Krankenhäuser in der Stadt haben aktuell ausreichend Pflegepersonal, müssen aber mit Blick auf die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur Anstrengungen unternehmen, um auch in Zukunft personell gerüstet zu sein.Das ergab eine Anfrage des Stadtanzeigers im katholischen St. Rochus-Hospital und im evangelischen Krankenhaus (EvK).

Während das Rochus-Hospital, das über ca. 200 Betten verfügt, nach eigenen Angaben in Pflege- und Funktionsdienst 233 Beschäftigte sowie im ärztlichen Dienst 61 Personen zählt, meldet das EvK folgende Zahlen: Bei 388 Planbetten sind die 92 Stellen im ärztlichen Dienst "soweit besetzt". Im Pflegedienst gibt es 260 Vollzeitstellen (examinierte Pflegekräfte, Stationshilfen, Stabsstellen, Patientenservice, Patientenbegleitdienst).

Ärzte und Pflegekräfte

Damit stehen die beiden Kliniken im Pflegebereich personell besser da als der Durchschnitt der deutschen Kliniken. Bundesweit ist nach Angaben der Deutschen Stiftung Patientenschutz, die auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruhen, die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen 25 Jahren leicht zurückgegangen. Demgegenüber sei die Zahl der Krankenhausärzte im selben Zeitraum um 66 Prozent gestiegen.
In der Europastadt setzen beide Krankenhäuser im Pflegebereich auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Clemens Galuschka, Geschäftsführer des Rochus-Hopitals, das zur St. Lukas-Gesellschaft gehört: "Die Gesellschaft hat eine eigene Schule mit 150 Plätzen. Damit decken wir noch unseren Bedarf." Allerdings sei auch heute schon klar: "Es wird nicht leichter."

Die evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel verfügt ebenfalls über eine Krankenpflegeschule. "Wir haben 155 Ausbildungsplätze. Derzeit sind 57 Schüler in Castrop-Rauxel eingesetzt", lässt EvK-Verwaltungsdirektor Wilfried Diekmann wissen.

Ausbildungsstart

Im Moment sei die Schülerzahl insgesamt etwas niedriger, weil der Ausbildungsbeginn neu geregelt wurde. Er ist jetzt auf Herbst und Frühjahr verteilt, "um den eigenen Bedarf besser decken zu können."  Dies sei eine der Konsequenzen, auf die Entwicklung zu reagieren.
"Darüberhinaus haben wir in den einzelnen Bereichen Aufgaben-Umverteilungen vorgenommen, um Hilfstätigkeiten nicht mehr durch Pflegefachpersonen durchführen zu lassen."

Perspektivisch werde der Markt an Pflegefachkräften sicher immer kleiner. "Daher ist die Erhaltung der Mitarbeiterzufriedenheit umso wichtiger. Dies erfolgt zum Beispiel durch Berücksichtigung von Wunsch-Einsatzgebieten, Angebote von Weiterbildungen und verschiedene Arbeitszeitmodelle. Auf lange Sicht muss sicher zudem überlegt werden, ob auch Mitarbeitende, die in der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz ausgebildet sind, unsere Teams verstärken sollten."Besonders wichtig sei dem EvK auch, tatsächlich alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Daher sei die Klinik in Schulen und auf Messen präsent, um für den Beruf zu werben.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.