Bürger in Altendorf stimmen Umgestaltung des Erdbachs zu

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Die Grafik zeigt den alten Lauf des Erdbaches (rot), den Mittellauf (grün), der umgestaltet werden soll, sowie die neue Trasse (blau). (Grafik:Stadt Dorsten)

Altendorf-Ulfkotte. Mittellauf soll nicht mit Pumpen „betrieben“ werden. 400 000 Euro für Umgestaltung.

Ist es wirklich sinnvoll, künstlich Wasser in den Mittellauf des Erdbachs zu pumpen? Diese Frage diskutierten am Montag über 50 Bürgerinnen und Bürger aus Altendorf mit Bürgermeister Tobias Stockhoff und Umweltplaner Frank Lumpe. Am Ende der Diskussion in der Mehrzweckhalle war das Ergebnis eindeutig: 43 Bürger stimmten der Empfehlung an die Ratsgremien zu, auf die Pumpen zu verzichten. Stattdessen sollen der Bachlauf und das Umfeld für bis zu 400 000 Euro in Abstimmung mit der Bürgerschaft neu gestaltet werden.

Bergsenkungen hatten das Gefälle des Bachlaufs verändert. Zwischen Stadt, RAG und Lippeverband war vor Jahren vereinbart worden, dauerhaft Wasser aus dem Haupt- in den Mittellauf zu pumpen. Abgesehen von den Kosten nährte allerdings auch die Wasserrahmenrichtlinie Zweifel, ob dies der richtige Weg ist. Aus Umweltgründen sollen Eingriffe in Gewässer so gering wie möglich ausfallen. Um den Hauptlauf nicht übermäßig zu belasten, hätten selbst die Pumpen nicht sichergestellt, dass der Mittellauf ganzjährig Wasser führt.

Im Juni 2016 hatte die Stadtverwaltung darum in einer ersten Bürgerrunde zu diesem Thema den Auftrag der Bürgerschaft erhalten, die damalige Zusage zu pumpen neu zu verhandeln. Am Montag wurde nun das Ergebnis dieser Gespräche vorgestellt. Für den Verzicht auf das Pumpen und Anpassungen im Umfeld durch das Unternehmen stellt die RAG 400 000 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag ist für eine Neugestaltung von Bach und Umfeld ausreichend. Bleibt von dieser Summe etwas übrig, wird das Geld ausschließlich für weitere Maßnahmen im Stadtteil Altendorf-Ulfkotte eingesetzt. Die Stadt übernimmt von der RAG die Verpflichtung zur Umgestaltung, die in Abstimmung mit dem Lippeverband und dem Wasser- und Bodenverband Schölzbach umgesetzt werden soll.

Das Bürgervotum ist eine Empfehlung an die Ratsgremien der Stadt. Die Verwaltung wird den Beschluss mit einer detaillierten Vorlage für den Umwelt- und Planungsausschuss (UPA) vorbereiten, Bürgermeister Tobias Stockhoff und die örtlichen Ratsmitglieder Rainer Mallik (SPD) und Andreas Vortmann (CDU) wollen in den Gremien für die Annahme des Bürgervotums werben. Stockhoff: „Ich werde den UPA-Vorsitzenden Friedhelm Fragemann außerdem bitten, die Sitzung mit diesem Tagesordnungspunkt in Altendorf-Ulfkotte stattfinden zu lassen.“

Wann die Umgestaltung in Angriff genommen werden kann, ist derzeit noch unbestimmt. Sinnvoll ist dies, wenn keine erheblichen Geländeveränderungen durch den Bergbau mehr zu erwarten sind und wenn der Erdbach durch den neuen Hauptlauf abfließt. Bis dahin wird es allerdings noch zwei bis drei Jahre dauern. Auf jeden Fall sollen die Bürger in die Details eingebunden werden. Umweltplaner Frank Lumpe: „Wir werden die Bürgerinnen und Bürger vorher zu einem Planungsworkshop einladen. Gesetzt ist dabei, dass das Gewässer Erdbach auf jeden Fall erhalten bleibt. Durch den Grundwasseranschnitt wird das Gewässer auch nicht an allen Tagen trocken fallen.“
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