Nacht der Religionen

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Nefes in Motion aus dem Ruhrgebiet spielt eine Mischung aus Sufi-Musik und Jazz. (Foto: Veranstalter)
 
Die Sängerin Shewly aus Bangladesh (Foto: veranstalter)

Einmal jährlich zu Pfingsten kommen Musiker, Künstler und Gläubige aus mehreren Weltreligionen zu einer großen Nacht der Kulturen und der Begegnung in der Pauluskirche zusammen.

Juden, Christen, Muslime, Buddhisten, Hindus und Bahá'ís präsentieren am Pfingstsonntag ab 18 Uhr einander unter der "Himmelssäule der Weltreligionen" des Künstlers Leo Lebendig ihre Kultur und informieren kurzweilig über zentrale Anliegen ihres Glaubens.

Die Himmelssäule von Leo Lebendig drückt Sehnsucht und Wunsch nach einem friedlichen Miteinander in großartiger und beeindruckender Weise aus. Das 16 Meter hohe Kunstwerk aus über 700 runden Scheiben an zwölf Strängen wird farbig angestrahlt. Zudem präsentiert der Künstler in diesem Jahr seine neuen „Friedenslichter“, die wie die „Himmelssäule“ die Symbole von sechs Weltreligionen enthalten und farbig leuchten.

Das Programm in diesem Jahr:

Die Bahá'í-Religion wurde durch ihren Stifter Bahá'u'lláh im 19. Jahrhundert in Persien gegründet und hat auch in Deutschland eine engagierte Anhängerschaft, die sich für den Frieden, die Einheit Gottes, der Religionen und der Menschheit einsetzt.

• "Steps to World Peace" ist eine Bahá'í-Tanzgruppe, in der Jugendliche ihren Gedanken und Wünschen Ausdruck verleihen, indem sie die Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft kritisieren und auf Probleme wie Drogenkonsum und Gewalt hinweisen. Durch Theater und Tanz, durch Musik und ein anschließendes Gespräch werden dem Publikum Möglichkeiten gezeigt, selbst etwas zu verändern und zur Besserung der Welt beizutragen.

• Kleines "Concert for Bangladesh": Spirituelle Lieder und Folk Musik aus dem Norden Bangladeschs. Die Sängerin Shewly singt Lieder des großen Mystikers Lalon und Folk Songs, die das einfache Landleben zum Inhalt haben.
Lalon Shah lebte im 19. Jahrhundert in Bengalen: „Hindu, Moslem – das kümmert mich nicht. Ich habe keine Religion mehr, nur meine Lieder von der Liebe!“ war seine Philosophie, auf die sich die Baul-Tradition vom „Menschen des Herzens“ beruft. Shewly trat schon oft bei traditionellen bengalischen Festen in Deutschland auf. Sie wird in der "Nacht der Religionen" begleitet von ihrem Mann Firoz an der Tabla und dem persischen Musiker Kiomaars (Tombak).

Mit dem „Concert for Bangladesh“ und den indischen Speisen im Kirchgarten setzen die Veranstalter, die ev. Lydia-Kirchengemeinde mit ihrem Projekt „Pauluskirche und Kultur“ in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt in der „Nacht der Religionen und Kulturen“. Bangladesch steht aktuell immer wieder mit negativen Nachrichten in der Presse. In der „Nacht der Religionen“ soll insbesondere auf die Verantwortung führender Industrieländer, auch Deutschlands, für die sozialen Missstände in der Textilindustrie hingewiesen werden.

• Nefes in Motion und Derwisch-Tänzer Talip Elmasulu.
Das Ruhrgebietsensemble "Nefes in Motion" vollführt einen musikalischen Brückenschlag zwischen Orient und Okzident - zwischen Tradition und Moderne. Sufi-Musik trifft auf zeitgenössischen Jazz. Auf der einen Seite stehen traditionelle Kompositionen, die teils seit Jahrhunderten zur Begleitung des Sema-Tanzes gespielt werden und die orientalische Flöte Ney, die das wichtigste traditionelle Instrument in dieser Musik darstellt. Auf der anderen Seite werden die überlieferten Stücke durch jazzige Harmonien und Improvisationen „modernisiert“ und neue Kompositionen für das Projekt geschrieben. E-Gitarre und Querflöte sorgen mit reichlich elektronischer Klangbearbeitung für ein weiträumiges Klangbild.


• Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich das „Ensemble DRAj“ mit jiddischer Musik, abseits der bekannten Klezmer-Pfade. Das Trio spiegelt Geschichten, von denen jiddische Lieder erzählen, in Musik. Sie sind Zeugnisse einer vergangenen jüdischen Welt. Abseits der Liedermacherkultur, in der das Wort dominiert, greift das Ensemble DRAj zu einer deutenden Textmusik, die zugleich konzertant und lustvoll daherkommt.

• "Close to Eden" (Nahe Eden) ist mehr als der Name der deutschsprachigen Band aus dem Ruhrgebiet. Die hochkarätige Band, die sich um die beiden Produzenten und Songwriter Jan Primke und Bastian Kästner formiert, singt von dem was sie bewegt: Ihrem Glauben in einem Alltag, der eben nicht immer nur himmlisch, sondern auch mal nur „nah dran“ ist.

Die Bangledesh-Initiative "Den Kindern zuliebe" informiert über ihr Projekt der Unterstützung von Waisenhäusern und Schulen in Bangladesh. Sie organisiert auch das Catering für Besucher im Kirchgarten. Hier gibt es indische Gerichte und Chai-Tee zu Gunsten einer Spende für das Projekt. Der Kirchgarten der Pauluskirche in der Schützenstraße 35 ist bereits ab 18 Uhr geöffnet, das Programm dauert bis etwa 24 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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