Theaterabend über Rache und Fanatismus: Moby Dick vs. A.H.A.B.

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Menschen als Puppen: Das literarische Quartett in Roscha A. Säidows Uraufführung „Moby Dick vs. A.H.A.B“. (Foto: Birgit Hupfeld)

Anfangs ist alles ein lustiges Kaspertheater: Ismael ödet sich in seinem Bürojob und geht mit Käptn Ahab auf Walfang. Doch aus dem amüsanten Abenteuer der Puppen, einem aufgeblasenen Walballon und einem Holzbein wird blutiger Ernst: Denn nach Herman Melvilles Moby Dick schuf Roscha A. Säidow im Studio des Theaters einen Rachefeldzug.

„All hereos are bastards“, der Untertitel des Stückes „Moby Dick vs. A.H.A.B.“, fällt den Zuschauern ein, als aus dem Puppenspiel derbe Sozialkritik wird. Wie wird man Terrorist? Diese Version von Moby Dick zeigt, dass es ganz einfach ist. Sie lässt vier Vermummte einem Anführer hinterherlaufen. Alle wollen Ismael, Aussteiger, sein. Doch dann werden sie plötzlich hinterrücks vom literarischen Quartett entlarvt. Dies trägt grandiose Masken vom Literaturpapst und seinen Mitstreitern.

Überraschender Crossover-Abend

Und schnell bleibt vom dunklen Führer nur ein stummer, gesichtsloser Loser und nach und nach springen alle, die ihm folgten ab. Der von Uwe Schmieder, Sebastian Graf, Johannes Hunbert, Magdalena Roth und Franziska Dittrich gut gespielte Crossover-Abend mit dem Puppenkollektiv „Die Retrofuturisten“ im Theaterstudio überrascht und hat so schnell so viel auf Lager, das er noch lange im Gedächtnis bleibt.
Weitere Termine für „Moby Dick vs. A-H.A.B.“ sind am 16. April sowie 10. und 20. Mai im Studio. Karten unter Tel:0231- 50-27222.
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