Anti-Akw-Demo in Dortmund

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An den Abwurf der Atombomben und ihre verheerenden Folgen erinnerten Friedensinitiativen in Dortmund. (Foto: Schmitz)

Als Überlebender von Hiroshima und Nagasaki mahnte Kazuo Soda, Atomwaffen abzuschaffen und Atomkraftwerke abzuschalten. Dortmunder Friedensinitiativen, darunter auch Greenpeace und das Dortmunder Friedensforum, hatten am Dienstag zum Mahngang in der City anlässlich des Jahrestages eingeladen.


Bei der Demonstration zur Erinnerung an den Abwurf der Atombomben erinnert der 82-jährige Japaner an die Katastrophe am Atomkraftwerk Fukushima. "Ich fühle mich verpflichtet, euch darüber zu informieren, wie elendig die Menschen nahe der Atomanlage in Fukushima leben", sagt er. "Zu unserer Beschämund wurden selbst wir Überlebenden von Hiroshima zu dem Glauben an den Mythos von der Sicherheit der Atomkraftwerke gebracht, obwohl wir über den Unfall in Tschernobyl gut informiert waren", erklärt er.

Friedliche Nutzung ist unmöglich

"Jetzt mussten wir erkennnen, das die friedliche Nutzung von Atomenergie völlig unmöglich ist", so das Fazit des Japaners auf Friedenspilgerreise.
Er sieht die Welt mit der dringenden Aufgabe konfroniert, erneuerbare Energien voran zu bringen, um dauerhaft Atomkraftwerke zu schließen. Von der deutschen Atomerergiepolitik, die sich für die Abschaltung der Akw ausgesprochen habe, sei zu lernen. "Ich habe eine Atomexplosion, nur 2,5 km vom Epizentrum entfernt, erlitten und wie durch ein Wunder überlebt", erzählt Kazuo Soda.

Die Menschen haben keine Zukunft

Er sei ermutigt vom Kampf auch in Deutschland gegen die Bedrohung durch Atomernergie. Über die Menschen, die in seinem Land in Fukushima nahe des schwer verseuchten und zur Sperrzone erklärten Gebietes lebten sagt er: "Es ist nicht zuviel gesagt, dass sie keine Hoffung für die Zukunft haben."

Was haben wir gelernt?

Die Deutsch-Japanische Gesellschaftin der Auslandsgesellschaft in Dortmund, die bereits für die Opfer des Super-Gaus in Fukushima Spenden sammelte, lädt Samstag, 7. August, um 16 Uhr zu einer Diskussion ein. "Was haben wir aus der Reaktorkatastrophe gelernt?" ist das Thema, über das WDR-Energie-Experte Jürgen Döschner mit Interesssierten bei der Auslandsgesellschaft im großen Saal an der Steinstraße 48 diskutieren möchte. Döschner hat mehrfach Fukushima nach dem Erdbeben und Tsunami besucht und hat zur Diskussion auch Vertreter der Bundestagsparteien eingeladen.

Zum Hintergrund:

Die Bundesregierung hat nach der Katastrophe den Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 beschlossen. Überraschend will EU-Wettbewerbskommissar Almunia den Ausbau der Atomenergie stärker subventionieren. 2011 waren dies 35 Mrd Euro, in erneuerbare Energieträger flossen nur 30 Mrd. Euro an Zuschüssen. Die "Endlagerfrage" für radiokatives Strahlenmaterial ist ungeklärt.
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