Flughafenausbau Dortmund: "Es werden nur Defizite ausgebaut"

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Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN lehnt einen weiteren konzeptlosen Flughafenausbau, der nicht einmal mit den umliegenden Flughäfen abgestimmt ist, kategorisch ab, da damit nur die Defizite ausgebaut würden. (Foto: Matrixplay)
Dortmund: Rathaus |

Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN reagiert erstaunt auf die Kritik der Geschäftsführung des Dortmunder Flughafens. Diese weist die neuen Einwände der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN gegen die Flughafen-Ausbaupläne als "Fehlinterpretation" zurück.

"Die Interpretation des Dortmunder Flughafens der Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) ist abenteuerlich", sagt der finanzpolitische Sprecher Carsten Klink (DIE LINKE). Diese Studie war bei einem Vergleich von 24 Flughafenregionen zu dem Schluss gekommen, dass die Regionalflughäfen die regionale Wirtschaft nicht nennenswert fördern. "Warum es ausgerechnet beim defizitären Dortmunder Flughafen, der einer dieser 24 Regionalflughäfen war, anders sein soll, erschließt sich wohl nur dessen Geschäftsführung", sagt Carsten Klink. Diese vertritt naturgemäß die Meinung, dass der Dortmund Airport sehr wohl zur Entwicklung und zum Strukturwandel in der Region beiträgt.

Die Geschäftsführung des Dortmunder Flughafens verweist in einer Pressemitteilung zudem auf über 3.300 mit ihrem Flughafen in Verbindung stehende Arbeitsplätze. "Beim Millionengrab Flughafen-Kassel-Calden sind die Zahlen noch krasser. In Kassel wird behauptet, dass vom dortigen Airport in zehn Jahren sogar über 4.000 Arbeitplätze abhängen sollen und die Bruttowertschöpfung bei 262 Millionen liegen soll. Nur fliegt fast niemand von dort", so Carsten Klink.

Zahlen-Alchemie des Dortmunder Flughafens

Selbst wenn die Zahlen-Alchemie des Dortmunder Flughafens stimmen sollte, würde jeder der vermeintlichen 3.300 Arbeitplätze in Dortmund ­– bei einem jährlichen Flughafenverlust von 20 Millionen Euro ­– mit über 6.000 Euro subventioniert. Negative Effekte wie Jobverlust in anderen Branchen, da Gelder nun nicht mehr dort, sondern am Flughafen ausgegeben werden, würden bei solchen Betrachtungen auch meist unberücksichtigt bleiben, so Klink weiter.

Konzeptloser Flughafenausbau

Auch der Zusammenhang mit dem Strukturwandel erschließe sich der Fraktion nicht, da der Flughafen bereits 1960 eröffnet wurde, also gut ein Jahrzehnt vor dem Strukturwandel. "Selbst das Eröffnungsdatum in den Wirtschaftswunderjahren bestätigt die aktuelle RWI-Studie, dass Flughafen-Kommunen nicht wirtschaftlich stärker werden, weil sie einen Flughafen haben, sondern die Kommunen leisten sich einen Flughafen, wenn sie wirtschaftlich stärker sind2, bemerkt Klink.

Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN lehnt daher einen weiteren konzeptlosen Flughafenausbau, der nicht einmal mit den umliegenden Flughäfen abgestimmt ist, kategorisch ab, da damit nur die Defizite ausgebaut würden.
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