Miteinander im Fußball: „Anpfiff zur Integration“ für Flüchtlinge vor dem Start bei Westfalia Wickede

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Bei der Westfalia erhalten z.B. Hauptschüler neben der Möglichkeit zum Fußballspielen auch Nachhilfe für die Schule. In Kürze startet das Projekt „Anpfiff zur Integration“ für und mit den in Wickede erwarteten Flüchtlingen. (Foto: Schmitz)
 
Der Wickeder Verein sieht Integration auch darin, Hauptschülern zu besseren Chancen zu verhelfen. (Foto: Schmitz)
Dortmund: Pappelstadion |

„Integration bedeutet für uns mehr als nur zugewanderte Menschen in die Gesellschaft integrieren“, sagt Hans Walter von Oppenkowski, 1. Vorsitzender von Westfalia Wickede: „Wir wollen uns um alle kümmern, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.“

Aus diesem Grund hat der Verein bereits vor drei Jahren das Projekt „Jugend stark machen“ gestartet. Dabei bekommen etwa 16 Wickeder Hauptschüler im Vereinsheim von Westfalia Wickede zweimal ein kostenloses Mittagessen sowie Hilfe bei den Hausaufgaben und die Möglichkeit, die Sportanlagen des Vereins zu testen.

„Wir wollen so auch Kinder unterstützen, deren Eltern knapp über der Bemessungsgrenze für Unterstützungen liegen“, so Oppenkowski. Mit Erfolg: „Bis auf drei Jugendliche haben alle einen qualifizierenden Hauptschul-Abschluss.“ Dieser verbessert für Hauptschüler die Chancen auf eine Lehrstelle, die die Hälfe auch schon hat.

Zusammenhalt durch Integration gestärkt

Zehntklässler Viktor Merk von der Hauptschule Wickede ist seit vergangenem Jahr in der Nachhilfe-AG dabei. „Es macht mir Spaß. Wir lernen für die Schule, aber auch für die Ausbildung und das berufliche Leben. Meine Noten sind in einigen Fächern schon besser. Auch der Zusammenhalt wird gestärkt.“ Der Spieler des SC Husen-Kurl findet die Verbindung mit dem Sport gut. „So etwas sollte es an jeder Schule geben.“ Benachteiligungen oder Spott hat er als Hauptschüler noch nicht erfahren müssen. „Generell sollte es aber mehr Respekt untereinander geben, unabhängig von Herkunft oder Schulbildung.“

Bei der Westfalia gibt es nach Möglichkeit stets gemischte Gruppen und keine nach Herkunft oder Bildung aufgeteilten Teams. „So kann hier schon Integration geübt werden“, sagt Oppenkowski. „Wir wollen alle, die am Rand der Gesellschaft leben, in die Mitte zurückholen.“ Bisher sei das gut gelungen. Der Verein hat im Jugendbereich etwa 50 Prozent Spieler mit Migrationshintergrund. „Wir beziehen das auch ein, etwa mit kulturellen Darbietungen und Gerichten beim Saisonabschlussspiel.“ Dabei gibt es eine enge Zusammenarbeit mit den Migranten. „Wir wollen da nicht einfach etwas überstülpen, was nur unseren Vorstellungen entspricht“, so der Vorsitzende.

Die Spieler treffen sich auch außerhalb des Sportplatzes regelmäßig, unabhängig von der Herkunft. „Bei den Jüngeren sind es vor allem die, die nahe beieinander wohnen. Aber auch die Älteren feiern gerne zusammen. Da gibt es keine Berührungsängste“, so Oppenkowski.

Bald startet ein neues Projekt der Westfalia mit dem Namen „Anpfiff zur Integration“. Damit will der Verein den 150 Flüchtlingen helfen, die in der Unterkunft an der Wickeder Morgenstraße erwartet werden (der OA berichtete). Gemeinsam mit der AWO will der Fußballverein, der 2014 und 2015 Stützpunktverein für Integration ist, neben Sport auch mit Sprachangeboten helfen. „Wir haben schon mehrere Ideen entwickelt“, so von Oppenkowski.

Dortmunder Fußball ist generell tolerant

Generell hält Oppenkowski die Dortmunder Fußballszene für tolerant. „Unpassende Sprüche gibt es zwar ab und an, das ist aber nach meiner Wahrnehmung eher die Ausnahme“, sagt er. Das habe sich in den vergangenen Jahren spürbar gebessert. Homosexuelle gebe es auch, auch bei Westfalia Wickede. „Bei uns im Verein ist das aber kein großes Thema, da alle wissen, dass das von jedem bei uns akzeptiert wird“, sagt er.
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