Eindrucksvolle Demo: "Das Westbad muss bleiben!"

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Vor allem Kinder und Jugendliche kämpften mit der Aktion um den Erhalt „ihres“ Westbads. Auch Friedhelm Fuß (vorne) , Bezirksbürgermeister Innenstadt-West, wagte aus Solidarität den Sprung ins kühle Nass. (Foto: Schütze)
 
Köpper für den Erhalt des Hallenbades. (Foto: Schütze)

Von Irene Mechsner

Eindrucksvolle Demonstration für den Erhalt Westbades: Mehr 200 Mitglieder von DLRG und ATV, aber auch viele Familien machten sich für das Dorstfelder Hallenbad stark. Selbst Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß ging dafür baden.

„Das Westbad ist mehr als ein Ort, an dem ich das Schwimmen gelernt habe. Im Laufe der Zeit habe ich hier viele Freundschaften geschlossen. Für mich ist es ein zweites Zuhause geworden“, sagt Thomas Zysnarski, Trainer der Wettkampfmannschaft der ATV-Schwimmabteilung. Ein Zuhause, dem vielleicht das Aus droht, denn aus Kostengründen will die Stadt das Westbad schließen. Eine Sanierung würde rund 3,5 Millionen Euro kosten. Als Alternative ist der Bau einer 25-Meter-Bahn im Revierpark Wischlingen im Gespräch.
Für die Anwesenden keine Option. „Mit der Aktion wollen wir auf die Bedeutung des Bades für den Stadtteil aufmerksam machen. Das Bad ist gut besucht. Auch von den Schulen. Viele Grundschüler können hier sogar zu Fuß zum Schwimmunterricht gehen. Das fördert die Selbstständigkeit. Außerdem ist eins klar: Jedes geschlossene Bad bedeutet, dass weniger Kinder Schwimmen lernen. Deshalb muss das Westbad bleiben“, sagt Kathrin Klausmeier, Ratsfrau der Grünen.
Im Bad schwimmen nicht nur Dorstfelder und Schüler der umliegenden Schulen, das wird bei der Protestaktion schnell klar. „Ich komme mit meinen Kindern sogar aus Witten zum Schwimmkurs, weil es hier viel schöner ist“, sagt Kirsten Messlen-Ansel.
„Unsere 300  Mitglieder sind aus dem ganzen Dortmunder Westen und darüber hinaus“, weiß Heiner Hebbelmann, Leiter der ATV-Schwimmabteilung.„Wenn das Bad schließt und nicht zeitgleich eine Alternative zur Verfügung steht, müssten wir die Abteilung schließen. Denn ohne die Schwimmausbildung von fast 150 Kindern haben wir keine Einnahmen.“


Aktive Jugendarbeit

Ein weiteres Argument für den Erhalt des Bades sei die erfolgreiche Jugendarbeit der Vereine. „60% unserer 200 Mitglieder sind Jugendliche. Die lernen bei uns nicht nur das Schwimmen, sondern ab 13 Jahren geben sie als Helfer ihr Wissen an die Jüngeren weiter. Das nenne ich aktive Jugendarbeit. Die ist gerade in einem etwas negativ angehauchten Ortsteil wie Dorstfeld sehr wichtig“, betont Hans-Peter Hirsch, Vorsitzender des Ortsvereins Dorstfeld der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DRLG).
„Das Bad liegt zentral und ist dank der Ampel, die wir extra installiert haben, für Kinder sicher zu erreichen“, sagt Friedrich Fuß. „Haushaltstechnisch würde es zudem nur Sinn machen, das Bad ersatzlos zu streichen. Alles andere würde wieder Geld kosten. Und genau das befürchte ich für Dorstfeld. “
Neben den Grünen setzt sich auch die CDU für den Erhalt des Bades ein. Ein Arbeitskreis wurde in der vergangenen Woche gegründet. Darüber hinaus werden im Bad selber Unterschriften gesammelt. Die Initiative ging dabei von den treuen Schwimmern aus, die außerhalb der Vereinszeiten regelmäßig die Vorzüge des Schwimmbads genießen. „Wenn das Westbad schließt, gibt es kein städtisches Hallenbad mehr, das am Samstag­abend geöffnet hat. Das kann doch für eine Stadt wie Dortmund mit über 500 000 Einwohner nicht sein, oder?“, begründet Sabrina Boenke ihre Teilnahme an der nassen Aktion.
„Die Resonanz auf die Aktion war einmalig. Jetzt ist der Rat am Zug. Wenn es sein muss, werden wir noch weitere Aktionen organisieren“, sagt Heiner Hebbelmann.


Mit Bildern von Stephan Schütze
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