SPD gegen neue Kita: „Der Bedarf vor Ort ist gedeckt“

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Andreas Lieven.

Gegen eine Kindertagesstätte an der Gehrenstraße hat sich die Bezirksvertretung Lütgendortmund mehrheitlich ausgesprochen. Vor allem die SPD hält den Standort für ungeeignet – und bezweifelt den Bedarf.

Lütgendortmund. Die Stadt Dortmund hat in Kley an der Gehrenstraße eine drei- bis viergruppige Kindertageseinrichtung angedacht. Eine schlechte Wahl, meinte SPD-Fraktionssprecher Andreas Lieven in der Sitzung der Lütgendortmunder Bezirksvertretung: „Dieser Standort würde jede Menge Probleme hervorrufen.“
Zum einen wisse niemand, wie belastet der Boden auf dem ehemaligen Bergbaugrundstück sei. „Selbst das Jugendamt erwägt, einen Bodenaustausch an dieser Stelle vornehmen zu lassen.“ Zum anderen sei die Lage unmittelbar neben dem S-Bahndamm wenig ideal. Vor allem aber hält die SPD eine sichere verkehrliche Erschließung dort kaum für möglich. „Die Gehrenstraße ist schlicht zu eng und zudem eine Sackgasse“, brachte es Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp auf den Punkt. Der Bring- und Holverkehr durch die Eltern würde zu erheblichen Problemen führen.

Zu hohes Verkehrsaufkommen


Dass es ein verstärktes Verkehrsaufkommen geben wird, steht für die Sozialdemokraten außer Frage. Plätze der angedachten Kita könnten nicht allein mit Kindern aus Kley belegt werden. Im Gegenteil: Der Bedarf im Bereich Oespel und Kley sei nur gering. „Hier haben die bestehenden Kitas bereits reagiert und ihre Standorte erweitert“, argumentierte Lieven. Eine Unterstützung dieser Kitas könne mit Hilfe einer Kinderstube erfolgen.
Zudem verwies der Fraktionssprecher auf Projekte in der Umgebung. Sowohl in Marten an der Vorstenstraße, als auch in Lütgendortmund an der Ursulastraße und an der Westricher Straße seien aktuell Kindertageseinrichtungen geplant. Sein Fazit: „Der Bedarf vor Ort ist gedeckt, die Kita an der Gehrenstraße verzichtbar.“
Das wiederum sieht die CDU ganz anders. „Den Eltern in Kley und Oespel nützt es nichts, wenn eine Kita nur in Marten oder Lütgendortmund neu gebaut wird. So wird nur das Verkehrsaufkommen erhöht“, meinte Barbara Murawski. Ihre Fraktion sprach sich für die Gehrenstraße im Sinne einer ortsnahen Kindertagesstätte aus – „dort, wo die Kinder auch leben und wohnen.“
Mit den Stimmen von SPD und Grünen wurde die Verwaltung beauftragt, die Kita an der Gehrenstraße aus den Planungen zu nehmen. CDU und AfD stimmten dagegen.

INFO:
An der Westricher Straße 103 will ein Investor eine viergruppige Kindertageseinrichtung errichten.
Vorgesehen sind 75 Plätze, darunter 16 U3-Plätze.
Die Trägerschaft übernimmt das Deutsche Rote Kreuz.
Die neue Kita soll Ende 2016/Anfang 2017 ihren Betrieb aufnehmen.
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