"Die Säule" in Duisburg. Kulturförderung auf dem Prüfstand.

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Gestern wurde ich auf meinem Bummel über die Königstraße von einer netten Frau angespochen, die mich um eine Unterschrift für den Erhalt der "Säule" bat. Ich habe diese Unterschrift schweren Herzens verweigert, weil mir die ansonsten drohenden Kürzungen in anderen Bereichen (Schwimmbäder, Stadtteilbüchereien, o.ä.) viel einschneidender erschienen, als Kürzungen auf dem weiten Feld der Kulturförderung. Natürlich muss Kultur sein, aber muss es auch so eine exzessive Kulturförderung geben? Und hier meine ich nicht die kleine und halbwegs erfolgreiche "Säule", denn da gibt es Schlimmeres ...

Ein Beispiel ist die sehr einseite Förderung der "amtlichen" Kultur" (Oper, Theater, Schauspiel, Tanz und vergl.). Sie ist m.E. dann noch akzeptabel, solange sie das Ziel verfolgt, mittelschwächeren Bürgern den Zugang zu diesem Teil der Kultur zu ermöglichen. Wenn aber jeder Platz in der Oper/Schauspiel/Tanz mit 65 - 165 Euro pro Aufführung(!) subventioniert werden muß, dann wurde die Grenze der Akzeptanz bereits deutlich überschritten. Solche Summen sind angesichts möglicher Schließung von Bädern oder Bücherein einfach nicht mehr vertretbar! Denn was wäre die Folge?
Der ärmere Mensch kann ein experimentelles Theaterstück besuchen - sein Hallenbad und seine Stadtteilbücherei aber nicht mehr.

So kann es m.E. nicht gehen! Hier muss die gesamte amtliche Kulturförderung auf den Prüfstand und mancherorts müssen die Damen und Herren Kulturschaffenden von ihren hohen Rössern herabsteigen und an den eigenen Kosten zu sparen beginnen, ehe sie die Hand nach Steuergeldern ausstrecken.

Ich sage das als kulturschaffender Musiker, der nie einen Pfennig/Cent staatlicher Förderung erhalten hat und - anders als die Kollegen der klassischen Sparte - immer hohe Mieten für die Proberäume in Schulkellern und Bunkern zahlen musste.
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