Alle zusammen fußballverrückt: EM-Haus in Hamborn

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EM-Begeisterung pur bei den acht Familien, die ihr Haus mit vielen Fahnen und Wimpeln ausgestattet haben. Foto: Hannes Kirchner
Duisburg: EM-Haus | Elf Monate im Jahr ist das Haus an der Schlachthofstraße in Hamborn ein ganz normales Haus, nicht zu unterscheiden von den Mehrfamilienhäusern rechts und links. Doch sobald es Fußballmeisterschaft heißt, werden die Nachbarn Potthoff/Fischer, Baumann/Eltrin, Brach/Repp/ Markowsky/Pietzsch und Valks aktiv, kramen hervor, was der Keller hergibt und dekorieren.

Das Haus ist ein Blickfang, Passanten auf der Straße bleiben stehen und schauen, Autofahrer fahren langsamer, hupen und winken. Denn das ganze Haus strahlt in den Nationalfarben Schwarz, Rot, Gold.

Acht Familien wohnen hier, insgesamt 26 Personen. Jacqueline Repp und Stefanie Baumann sind gemeinsam mit einer weiteren Nachbarin, die nicht namentlich erwähnt werden möchte, auf die Idee gekommen, das Haus zu schmücken.
Gemeinsam haben sie überlegt, was noch von der Weltmeisterschaft vorhanden ist, was neu besorgt werden muss und wie man improvisieren kann. „Für die Balkone haben wir Bettlaken zusammengenäht“, erzählt Repp. So einfach kann es manchmal sein und doch so eine tolle Wirkung erzielen. Ganz oben ziert das Haus eine riesengroße, 18 Meter lange, durchgehende Flagge. „Hierfür haben wir zwölf einzelne Flaggen zusammengenäht“, so Repp. Vom Haus aus gehen sternförmig Leinen mit bunten Wimpeln hinunter zu einer Laterne und überspannen den Vorgarten.

Die Haustür ist komplett mit einer Flagge verhangen, die Klinke ziert eine weitere kleine Flagge. „In diesem Jahr haben wir uns gedacht: Je mehr, desto besser!“ lacht Baumann. Sie wohnt nun im sechsten Jahr hier. Insgesamt sind es 21 Flaggen plus die ganzen Wimpel. Auf die Frage, ob die Wohnungen von innen auch in den Landesfarben dekoriert sind, lacht Baumann. „Nein, innen ist es eher MSV!“

21 Flaggen


Im Erdgeschoss wohnt eine deutsch-türkische Familie, doch sie war einverstanden, dass einheitlich dekoriert wird. Überhaupt wirken die Nachbarn alle sehr gut befreundet. „Ab dem Achtelfinale schauen wir die Spiele zusammen, dann dürfen die Kinder länger aufbleiben, auch die kleine Josefine. Wenn das Wetter mitspielt, bauen wir draußen eine große Leinwand auf und grillen. Ansonsten geht’s in die Waschküche“, so Baumann. Bis zum Finale in großer Runde sind es noch einige Spiele. Die schaut jeder für sich, natürlich mit Trikot und allem, was dazugehört.

Daniel Pietzsch erzählt: „Einmal bin ich beim Nachhausekommen von einem Spaziergänger angesprochen worden, der meinte, man könne es auch übertreiben. Dabei haben wir nur die Hälfte von dem rausgehängt, was möglich gewesen wäre. Schließlich gibt es ja noch freie Flecken an der Fassade!“ Er schmunzelt.
Die EM ist ein Riesenspaß für sie, und so lautet auch ihr Finaltipp: „Wir hoffen auf Frankreich und Deutschland und ein 2:0. Wer aber gewinnt, das lassen wir offen. Bei der Deko haben wir die deutsche Mannschaft auf jeden Fall gut unterstützt, und letztens hat es ja auch geklappt. Bei so einem Haus gibt es ja eigentlich nur eine Antwort, aber wenn es der Gastgeber Frankreich ist, sind wir auch nicht böse!“

Text: Janina Schulze
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