Knopfaugen und soo süß: Kita-Kinder "taufen" Kolamädchen Goolara

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MIlan Reimann, Lily Grün und Tierpflegerin Anna-Lena Hohmann. Fotos: Hannes Kirchner
Duisburg: Zoo Duisburg | Im Laufe des vergangenen Jahres kletterte im Koalahaus des Zoo Duisburg gleich viermal Nachwuchs aus den Beuteln. Für ein Koalamädchen durften die Kinder des Kindergartens Hansegracht am Innenhafen einen Namen aussuchen. Nun fand im Koalahaus im Beisein der kleinen Namenspaten die Taufe des Koalamädchens Goolara statt.

Auf der Waage sitzen finden Koalas doof. Und außerdem ist das 351 Tage alte Koala-Mädchen Goolara eine Schüchterne, wie Tierpflegerin Anna-Lena Hohmann zu erzählen weiß. Daher streckt das flauschige Etwas nach dem Wiegen seine kleinen Ärmchen der Tierpflegerin entgegen und kuschelt sich wie ein Menschen-Baby schnurstracks in ihre Arme. Während zuvor die 21 Kita-Kinder mucksmäuschenstill und völlig fasziniert das Geschehen hinter der Glasscheibe beobachtet haben, betritt die Tierpflegerin gemeinsam mit Kurator Volker Grün sowie zwei weiteren Kindergartenkindern das Koala-Gehege. Bis dahin hatten die in den Zweigen sitzenden Koaladamen noch gemütlich Eukalyptus-Blätter gekaut oder vor sich hin gedöst. Nun beobachten die putzigen Knopfaugen durchaus interessiert, wie Anna-Lena Hohmann eine Leiter vor einen der Bäume stellt: In dessen Krone sitzen aneinander gekuschelt die zwei kleinen Koala-Mädchen. Die Kita-Kinder Lily Grün und Milan Reimann, die beim Wiegen des Koalamädchens Goolara im Inneren des Geheges dabei sein dürfen, können das flauschige Namens-Patenkind sogar streicheln.

Vorsichtig und sichtlich fasziniert berühren sie nacheinander den winzigen Rücken des Koalababys. Das Flauschbündel stützt sich derweil entspannt mit seinen Ärmchen an der Schulter von Anna-Lena Hohmann ab und beobachtet mit wachem und interessierten Blick das Geschehen vor und hinter der Glasscheibe.
„Das Fell hat sich total weich angefühlt", berichtet Milan Reimann später hingerissen. An Koalas gefällt dem Fünfjährigen besonders gut, dass sie „so schön grau sind und so große Ohren und Nase haben.“ Elias Schirbroch ist beeindruckt davon, dass Koalas so gut klettern können. Überhaupt: Alle Kita-Kinder sind begeistert. Übrigens: Von 100 Kindern, die den Kindergarten Hansegracht besuchen, hatte sich die Mehrzahl für den Namen „Goolara“ entschieden, der in der Sprache der Aborigines „Mondlicht“ bedeutet. Dorothea Scholl, stellvertretende Leiterin der Einrichtung, erzählt: „Drei Namen hatten zur Auswahl gestanden: Speer, Blitz und Mondlicht.“

Mehr als 30 Jungtiere seit 1994


Die Koalas im Zoo Duisburg, die täglich zehn Prozent ihres Körpergewichts in Form von Eukalyptusblättern verputzen, werden zweimal pro Woche gewogen. Goolara bringt heute 2.570 Gramm auf die Waage. Anna-Lena Hohmann erklärt: „Aufgrund des dicken Fells sieht man nicht, ob die Tiere zunehmen. Wir als Tierpfleger genießen das Wiegen, weil es Gelegenheit zum Kontakt mit den Tieren bietet. Denn ansonsten sind wir überwiegend mit Füttern und dem Säubern der Gehege beschäftigt.“

Mehr als 30 Jungtiere konnten seit 1994 im Zoo Duisburg großgezogen und an andere Zoos vermittelt werden. Zum Erfolgsrezept bei der Zucht von Koalas sagt Kurator Volker Grün: „Unser Vorteil ist, dass wir über mehrere Weibchen, nämlich vier, verfügen. Die Männchen sind getrennt untergebracht. Die Pfleger wissen genau, wann die weiblichen und männlichen Tiere zusammen kommen, nämlich dann, wenn ein Weibchen paarungsbereit ist.“ Ein Zeichen hierfür sei etwa, wenn die Weibchen aktiver werden. Denn in der übrigen Zeit lieben es die Koalas ziemlich gemütlich. „Vom Fressen bis zum Kacken vergehen drei Tage, in dieser Zeit schlafen die Koalas sehr viel“, erzählt Anna-Lena Hohmann. „Hängt die die wieder an den Baum zurück?“ war jedenfalls eine Frage, die die kleinen Namens-Paten nach der Wiegeaktion umtreibt. Sie tut es, und ratzfatz sind die putzigen Wonneproppen wieder eingenickt.

Koala-KIndergarten:


Neben Goolara gehören zum Koala-Kindergarten des Zoos Duisburg derzeit das 368 Tage alte Koala-Mädchen Genoa und zwei männliche, noch namenlose, jeweils 286 und 261 Tage alte Jungtiere.
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