Greenpeace Mülheim-Oberhausen freut sich: Tchibo unterzeichnete am Freitag, den 24.10.2014 ein Commitment, in dem es sich verpflichtet, seine Kleiderproduktion bis zum Jahr 2020 zu entgiften

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Greenpeace Mülheim-Oberhausen freut sich: Tchibo unterzeichnete am Freitag, den 24.10.2014 ein Commitment, in dem es sich verpflichtet, seine Kleiderproduktion bis zum Jahr 2020 zu entgiften.

Der Hintergrund


Die Modebranche schillert wie eh und je, Trends kommen und gehen. Viele große Modefirmen lassen in Ländern wie China, Bangladesch oder Mexico produzieren.
Dort werden gefährliche Chemikalien eingesetzt. Mitarbeiter erkranken, die Fabrikabwässer vergiften die Umwelt, vor allem die knappe Ressource Frischwasser. Und auch für den Verbraucher, der die Kleidung trägt, können diese Stoffe gesundheitsschädlich sein. In verschiedene Reports wurden gefährliche Chemikalien in Luxus- wie in Billigmarken
nachgewiesen.
Greenpeace fordert im Rahmen der Detox-Kampagne ein Verbot aller gefährlichen Chemikalien.

Bereits 20 international führende Textilunternehmen haben sich auf ein Detox-Commitment verpflichtet. Dieses sieht vor, dass die Firmen bis zum Jahr 2020 auf den Einsatz aller gefährlichen Chemikalien in der Produktion zu verzichten. Zuletzt hatte Adidas im Vorfeld der WM dem Druck von Greenpeace nachgegeben und sich zu einem glaubwürdigen Kurs zur Entgiftung verpflichtet.

Aber auch viele Discounter setzen heutzutage auf Kleidung in ihrem Sortiment. Aldi, Lidl und Tchibo zählen mit einem Jahresumsatz von je etwa einer Milliarde Euro zu den Top 10 der deutschen Modehändler.
Letzten Donnerstag hat die unabhängige Umweltschutzorganisation Untersuchungsergebnisse über Chemikalien in Kinderkleidung und Kinderschuhen verschiedener Discounter veröffentlicht.

Darin wurde Kleidung von Tchibo, Rewe, Aldi und Lidl auf Chemikalien, Rohstoffeinsatz, Wiederverwertbarkeit der Textilien und Sozialstandards in der Fertigung untersucht. Die größten Schwächen zeigten sich durchweg beim Einsatz gefährlicher Chemikalien, kein Unternehmen schneidet darin gut ab. Aufgrund des umfangreichen Fragebogens, den die Händler ausgefüllt haben, zeigt sich allerdings, dass Aldi Nord, Aldi Süd und Interspar Österreich die Schlusslichter sind, während REWE und Tchibo bereits Schritte in
die richtige Richtung unternehmen. Giftfrei ist allerdings kein Händler.

Die Hälfte aller 26 Proben enthielt problematische Substanzen in bedenklichen Konzentrationen, die von Greenpeace herangezogene Vorsorge-Werte überschreiten. Vor allem alle Schuhe waren betroffen. Dort waren besonders Substanzen wie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) zu finden, eine Gruppe von Chemikalien, von denen einige krebserregend sind, das Haut und Augen reizende 2-Phenyl-2-Propanol (2PP) und
fortpflanzungsschädigendes Dimethylformamid (DMF), das die Europäische Union bereits auf der Liste der besonders besorgniserregenden Substanzen führt.

Ein neuer Erfolg

Als Reaktion auf die Detox-Kampagne von Greenpeace verpflichtet sich der Hamburger Kaffee- und Handelskonzern auf einen Fahrplan zur Entgiftung der Textilproduktion. Ein von Greenpeace-Aktivisten bundesweit in 35 Städten geplanter Protest wurde daraufhin kurzfristig abgesagt.
Tchibo zeigt sich mit dieser Entscheidung als Vorreiter bei den Discountern. Greenpeace erwartet, dass Aldi, Lidl, Rewe und Co. nun nachziehen werden.

Was kann der Verbraucher tun?


Wer weiter bei Discountern und großen Ketten kaufen will, sollte darauf achten oder darauf
drängen, dass die Kleidung giftfrei produziert wurde. Erfahrungen zeigen, dass Unternehmen enorm unter Druck geraten, wenn sich Verbraucher direkt an die Firmen wenden und fragen, wie genau die Kleidung produziert wurde.
Verbraucher haben Macht, wenn sie die Firmen auffordern, keine giftigen Chemikalien mehr
einzusetzen.

Wer will, kann bei kleinen grünen Modelabels kaufen, die meist Ökologie und Fairness im Doppelpack bieten.
Zum Schnäppchenpreis sind die Sachen nicht zu haben, aber sie sind auch nicht teurer als
Markenware. Die Preise für die Kleidung werden nicht durch die Decke gehen, da die Rohstoffe (etwa Biobaumwolle), die saubere Produktion oder die fairen Löhne nur einen Bruchteil am Verkaufspreis ausmachen.

Eine größer werdende Gruppe von Menschen experimentiert auch mit Konsum-Alternativen, tauscht, teilt oder leiht sich Kleidung, um den eigenen Konsum und das Neukaufen herunter zu schrauben.
Kleidertauschbörsen, an denen jeder der möchte teilnehmen kann, werden auch von den regionalen Greenpeace-Gruppen angeboten.


Auf der Greenpeace-Kampagnenseite sind die Ergebnisse des Reports zusammengefasst:
www.greenpeace.de/detoxdiscounter
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