Stiftung Mercator eröffnet Ausstellung „Odyssee Europa. Flucht und Zuflucht seit 1945“

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V.lks.: Michael Schwarz (Geschäftsführer Mercator Stiftung), H. Becker (Vertreter der Künstler), Julian Lehmann, Mareike Geiling und Moderatorin Constance Abratzky
 

Am Dienstag fand die Ausstellungseröffnung „Odyssee Europa. Flucht und Zuflucht seit 1945“ in den Räumen der "Stiftung Mercator" an der Huyssenallee in Essen statt.

Die Fotografien stammen aus unterschiedlichen Zeiten und doch zeigen sie alle dasselbe – Menschen, die vor Krieg, Hunger und Diskriminierung fliehen. Europa ist ein Kontinent, dessen Geschichte von Flucht und Vertreibung geprägt wurde und weiterhin geprägt wird.

Millionen von Menschen sind aktuell auf der Flucht und versuchen europäischen Boden zu erreichen. Eine Gesamtschau von Foto-Dokumenten über Flucht und Vertreibung von 1945 bis zur Gegenwart wird ab dem 25. August in der Stiftung Mercator in Essen gezeigt. Darunter sind auch Exponate von Robert Capa, Paolo Pellegrin und Moises Saman.

Die Fotografen der legendären Agentur Magnum Photos, 1947 von Robert Capa, George Rodger, David ‚Chim’ Seymour und Henri Cartier-Bresson gegründet, haben über Jahrzehnte Geschichten von Flucht und Zuflucht festgehalten. Ein Blick in ihr Archiv macht eine neue Sicht auf das Leid der Flüchtlinge von heute möglich und erinnert daran, dass das Schicksal der Flucht jeden treffen kann und jeden betrifft.

Die Ausstellung zeigt 50 Bilder, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Sie beginnen mit Deutschland im März 1945 und reichen bis zur Situation heutiger Kriegsflüchtlinge in Syrien, im Irak oder in der Ukraine.

Zwölf junge Journalisten der Zeitenspiegel-Reportageschule an der VHS Reutlingen haben die Geschichten der Bilder recherchiert und aufgeschrieben.

Im Anschluss fand ein Podiumsgespräch zur Ausstellungseröffnung mit gleichem Titel statt.

Über die Flüchtlings- und Migrationspolitik und die europäische Verantwortung diskutierten:

Mareike Geiling, Mitgründerin von Flüchtlinge Willkommen e.V.,

Julian Lehmann, Autor von Schiffbruch – Das Scheitern der europäischen Flüchtlingspolitik und Menschenrechtsexperte beim Global Public Policy Institute in Berlin.

Moderiert wird das Gespräch von Constanze Abratzky, Moderatorin und Reporterin bei phoenix.

In ihren Ausführungen gingen die Diskutanten auf die geschichtliche Entwicklung von Flucht und Vetreibung im Laufe des letzten Jahrhunderts ein.

Die Flucht vor Verfolgung ist nicht neu. So brachte das Jahr 1685 einen Höhepunkt und eine Fluchtwelle von etwa einer Viertelmillion Hugenotten, die aus Frankreich in die protestantisch dominierten Gebiete in Europa und Übersee erzeugte.

Und vor 70 Jahren gab es nach dem Schrecken des 2. Weltkrieges wahre Völkerwanderungen von Deutschen in alle Welt. Die Menschen gingen nach Amerika, Kanada oder auch nach Australien, als Deutschland in Trümmern lag.

Stichwort in diesem Zusammenhang : "Waren es nicht auch irgendwo Wirtschaftsflüchtlinge?"

Und andererseits flohen Millionen Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach Westdeutschland!

Zusammenhänge zu heutigen Flüchtlingsströmen wurden ebenso diskutiert, wie mögliche Lösungsansätze.

Die Ausstellung kann vom 26. August bis zum 11. November 2015 – nach vorheriger Terminabsprache unter odyssee.europa@stiftung-mercator.de oder unter 0201/24522-0 – montags bis freitags im Zeitraum von 10 bis 17 Uhr besucht werden.
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